Swantje Roersch | Blog
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Schreiben im Flugmodus

Ich bin auf dem Weg und sitze am Flughafen. Das erste, womit ich auf meiner Reise beginnen möchte, ist, mich frei zu schreiben. Sobald ich mein Blog öffne, einen neuen Artikel anlege und dann anfange zu tippen, kommt entweder Stumpfsinn dabei rum oder ich verliere bereits nach wenigen Minuten die Lust daran. Das mag daran liegen, dass dem Schreiben durch die Veröffentlichung auf einer Art offizieller Seite unmittelbar ein direkter Zweck zugeschrieben wird. Ich weiß, dass alle es lesen können, ich gebe mir Mühe, dem Publikum zu gefallen und ich denke viel zu lange über jeden einzelnen Satz nach. Früher habe ich meine Texte immer in einem Texteditor geschrieben. Dort wird nichts umgebrochen, es wird nichts autokorrigiert und meine Gedanken werden nicht gleich in irgendein Format gequetscht. Es geht dann beim Schreiben auch noch gar nicht darum, wer den Text lesen soll oder wird, sondern nur darum, dass ich mir meine eigenen Gedanken vergegenwärtige – quasi visuell reflektiere. Es gibt Situationen im Leben, die man durchlebt aber erst akzeptieren oder genießen kann, wenn man sie seinem besten Freund, seiner besten Freundin, einem seiner Elternteile oder einer sonstigen vertrauten Person erzählt hat. Das Erlebte oder der Gedanke werden erst dann real. Jetzt gerade, in diesem Moment des Schreibens, bin ich selbst meine vertraute Person. Ich erzähle es einmal aktiv mir selbst und kann eine ganz neue Perspektive einnehmen, einen ganz neuen Gedanken dazu haben. Es ist wie eine Konversation, ein Monolog, der mich auf neue Ideen, anknüpfende Erkenntnisse und wieder weiterführende Monologe bringt.
Wir alle führen Monologe in unserem Kopf. Doch sie nieder zu schreiben, gleicht einem Dialog, den man mit einer vergangenen Version seiner Selbst führt. Der geschriebene Gedanke verliert im Moment des Schreibens an Aktualität allein deshalb, weil man ihn während des Schreibens im Kopf weiterdenkt und ihm etwas neues hinzufügt.
Wenn man etwas weder tun noch bloß darüber nachdenken will, kann man es aufschreiben und man wird dem Tun, den Gründen es zu tun oder nicht zu tun, dem Ergebnis, das man erwartet oder nicht erwartet, oder dem Ding selbst viel näher kommen – allein, weil man es in die reale Welt holt, es festhält. Denken ist ja von Natur aus irgendwie passiv. Durch das Schreiben aber erzeugen wir einen realen aktiven Output. Wir »veröffentlichen« den Gedanken, machen ihn für andere zugänglich – und das weitaus nachhaltiger und reflektierter als bei einer Erzählung. Das, was wir niederschreiben, durchläuft eine Art von Filter – manches einen grob- manches einen engmaschigeren.
Vielleicht ist der Vergleich zu einem Prisma angebracht. Gedanken wären dann das Licht, das auf der einen Seite einfällt und aus der Stiftspitze oder der Tastaturcursor in gebündelter Form wieder austritt. Wie rein dieses Licht ist oder wie oft es durch Korrekturen gebrochen oder gebogen wird, kommt auf den Schreibenden und den Lesenden an. Das Licht scheint mir nebenbei gesagt eine sehr schöne Metapher für einen Gedanken zu sein – ist es doch ebenso flüchtig und ungreifbar, kann es doch verschiedene Intensitäten annehmen, je nach Perspektive und Umgebung anders gesehen oder interpretiert werden und schließlich einfach im Schatten verschwinden. Wie sinnvoll der Begriff »Erleuchtung« in diesem Zusammenhang doch scheint…
So gesehen tappt jeder von uns in einer Dunkelheit, die wir nur durch unsere Gedanken erleuchten und erschließen können. Alles in unserer Welt, das wir sehen ist physisch gesehen nur Licht. Könnte man weitergehend metaphorisch also sagen, dass alles, was wir sehen, nur Gedanken sind? Ist das größte Licht, die Sonne also der einzig große und wahre Gedanke – eine alles durchdringende Idee?
Ich weiß, dass diese Gedanken im Rahmen eines »Reiseberichtes« deutlich zu weit führen. Ich frage mich selbst, wie ich von der Bedeutung des Schreibens zur Hinterfragung unserer Existenz gekommen bin. Ich denke aber, dass es eben dies ist, was mir gefehlt hat. Mich beim Schreiben von meinen Gedanken treiben zu lassen und mir einen Satz mit dem nächsten zu beantworten, ohne je eine Frage gestellt zu haben.

Mein einziges Problem mit diesen freien Texten ist, dass ich sie am Ende meistens doch teilen möchte – und wenn es nur ist, um »mein Licht« mit anderen Menschen zu teilen und einen metaphorischen Regenbogen zu erzeugen. Vielleicht suche ich eben dies: dass diese Gedanken bei einem Lesenden, der sich in einem mentalen medienüberfluteten Dauerregen zu befinden glaubt, für einen kurzen Moment einen Regenbogen sieht. Ich möchte weder großkotzig behaupten, ich könnte gedankliche Regenbögen erzeugen, noch in einem textlichen Happy-End-Finale schließen. Es ist eben einfach so aus mir herausgesprudelt und da kommt dann eben manchmal auch philosophisches Konfetti bei herum – sollte ich diesen Text veröffentlichen und euch die gedankliche Einhorn-Kotze nicht gefallen, lest was anderes. Hier wird jetzt mal gegessen, was auf den Tisch kommt!

Ich wollte hier im Terminal sitzend mit einem Reisebericht anfangen. Ich habe faktisch noch nichts weiter beschrieben, als dass ich am Flughafen sitze. Und doch habe ich umso mehr das Gefühl, mich mitten in einem berauschenden euphorischen Beginn einer Reise zu befinden – einer ehrlichen, ungeschminkten und ungewissen Reise.

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Ladies, Wine & Design in Wien

Einen ganz besonderen Abend hatte ich auf meiner Österreich-Italien-Reise mit einigen Frauen in Wien. Auf der Seite der PAGE hatte ich von einer Veranstaltungsreihe gelesen, welche ursprünglich von Jessica Walsh aus New York initiiert wurde.

»Ladies, Wine & a bit of Design« sind mehrere Veranstaltungen über das Jahr verteilt, bei denen sich 6 Frauen auf ein Glas Wein treffen und sich zu einem bestimmten Thema austauschen. Anwesend ist immer eine Art Special Guest, eine Künstlerin oder eine Frau, die besonders intensive Erfahrungen zu einem bestimmten Thema gesammelt hat. Jessica Walsh fiel auf, dass nur sehr wenige leitende Positionen in der Kreativbranche von Frauen besetzt sind und möchte mit diesem Ansatz erreichen, dass Frauen von den Erfahrungen anderer profitieren und sich gegenseitig inspirieren, fördern und stärken.

Unser Abend begann mit einer guten Flasche Wein in dem Garagenraum des Hotels »Am Brillantengrund« in Wien. In dieser gemütlichen Atmosphäre stellten wir uns dann vor und lernten auch die eingeladene sehr eindrucksvolle Illustratorin Frau Isa kennen. Unser Thema für diesen Abend war »Selbstständigkeit« und wir bildeten eine gut ausgewogene Gruppe aus einigen Selbstständigen, einer Studentin, einer Angestellten und einer Weltenbummlerin – alle kreativ aber trotzdem aus sehr unterschiedlichen Bereichen.
Wir galoppierten durch die verschiedensten thematischen Bereiche, warfen Fragen auf, zogen Schlüsse und verabschiedeten uns schließlich hoch motiviert in die kalte Nachtluft. Es war eine wunderbare und ungewöhnliche Erfahrung, die ich bei Zeiten sicherlich noch einmal wiederholen werde!
Mein besonderer Dank geht an Maria Lechner, welche die Veranstaltung aus New York gefranchised, organisiert und ausgestattet hat! Dann also bis zum nächsten »Ladies, Wine & a bit of Design«!

 

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Von Urban Gardening, Design Thinking und meinem Master in Italien

Liebe Leute, es ist zwar schon ein Weilchen her, ich möchte aber wenigstens nicht vollkommen darauf verzichten, euch von meiner Woche in Italien zu berichten! April diesen Jahres machte ich eine kleine Tour von Wien nach Mailand. Und ein Zwischenstopp auf dieser Reise war Bozen!

Ziel dieses Besuches war für mich herauszufinden, ob ich an der Universität in Bozen meinen Master machen will. Angeboten wird dort eine absolute Neuheit: der dreisprachige Master in eco-social Design. Praktischer Weise bot die Uni gerade zu der Zeit eine kostenlose Workshop-Woche zum Kennenlernen und zusammen Arbeiten an. Ohne das genauer zu prüfen, meldete ich mich an und reiste drauf los (ich wusste nur, es ging irgendwie um Urban Gardening).
Am ersten Tag waren Kennenlernen und Teambuilding angesagt: Die unterschiedlichen Teilnehmer stellten sich vor. Neben einigen Bachelor- und Masterstudenten der Uni Bozen, Dozenten sowie Interessenten für die Uni waren außerdem unsere beiden Workshopleiter von openstate aus Berlin dabei (sehr sehr cool, schaut die euch auf jeden Fall an). Da mich aufgrund meiner mangelnden Vorbereitung irgendwie darauf eingestellt hatte, Beete anzulegen, Erdsäcke zu schleppen und mir die Hände dreckig zu machen, war ich mehr als positiv überrascht, als wir begannen, Ziele festzustecken und an einem Konzept zu arbeiten.

Es ging darum, einen Community Garden an der Uni Bozen zu planen und für seine Etablierung und Pflege ein Konzept auf die Beine zu stellen, das sowohl die regionale Gesellschaft in Bozen als auch Unileitung und -studentenschaft angemessen integriert. Wir lernten Design Thinking kennen und arbeiteten in unterschiedlichen Teams an einem Masterplan. Ich konnte Ideen, Erfahrung und sogar gestalterische Skills einbringen. An mehreren Tagen gab es übrigens kostenlose von dem Studentencafé lampele in Supermärkten gesammelte und zubereitete Köstlichkeiten. Die Gastfreundschaft der Menschen dort machte den kleinen, gemütlich italienisch wirkenden Ort mit seinen Gassen und Bögen und Bergen noch traumhafter.

Das Ergebnis der fünf Tage war schließlich eine ansehnliche Ausstellung unserer Arbeitsergebnisse auf einer größeren Veranstaltung der Uni.
Mitgenommen habe ich die Bekanntschaften von super interessanten und lieben Menschen, jede Menge neue Erfahrungen, Know-How, verbesserte Englischkenntnisse und vor allem ein kleines Stückchen Italien in meinem Reiseherzen!

Auch generell, muss ich sagen, habe ich den Ort wie auch die Uni irgendwie in mein Herz geschlossen. Nicht nur die Menschen dort haben mich mit offenen Armen (und einer Couch) empfangen sondern auch die Uni als Ort zum Lernen hat mich sehr inspiriert! Die Werkstätten, die ich dort zu sehen bekam, haben mich wirklich nachhaltig beeindruckt: neben Holz-, Metall- und Kunststoffwerkstätten gab es die Möglichkeit für Laser-Cut, alle möglichen Druckarten und einen Mitarbeiter für jeden Bereich, der einem mit seinem Know-How zur Seite steht – ein Paradies für handwerkliche und haptische Menschen und wahrscheinlich für einen jeden kreativen Studenten!
Feststeht: Falls ich irgendwann noch einmal einen Master machen sollte, dann wohl dort – im diesem kleinen Paradies in Südtirol.

Ich danke Stefania Zanetti für die in diesem Artikel genutzten Fotos. Weitere Bilder findet ihr unter anderem hier.

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Ecover – eine saubere Sache?

Schon vor längerer Zeit fiel mir eine besonders schön gestaltete Flasche Waschmittel in die Hände. Ecover hat mich nicht nur mit seiner schicken Hülle sondern auch mit seinem ökologischen Versprechen gelockt.

Nach einem kritischen Blick auf die Etiketten und in die Tiefen der Website muss ich sagen, die Inszenierung der Marke gefällt mir wirklich ganz gut. Das Waschmittel fällt neben der Konkurrenz deutlich auf: Es zieht eine ganz klare Gestaltung-Linie durch. Neben dem fröhlichen Farbenspiel setzt Ecover vor allem auf eine klare mit Icons arbeitenden Bildsprache und verzichtet vollständig auf gestalterische Schnörkel oder Extrawürste. Stellenweise und besonders auf Grund der Typografie kommt das Ganze für meinen Geschmack ein wenig zu »niedlich« daher. Ich bin auch der Meinung, man könnte aus dieser Basisgestaltung noch einiges mehr rauskitzeln, habe aber definitiv Gefallen gefunden am Markenauftritt und der Art und Weise wie Ecover mit seinem Kunden spricht.
Das »schön« ist also bei dieser Marke durchaus rechtzufertigen! Kommen wir zum »gut«…

Nach eigenen Angaben (Website), setzt Ecover nachwachsende pflanzliche und mineralische Rohstoffe ein, hat die erste Öko-Fabrik der Welt gebaut, arbeitet nur mit Inhaltsstoffen, die außer Mineralien vollständig biologisch abbaubar sind, verwendet Pflanzenöle für die Herstellung der Düfte und stellt in einem sehr energiesparenden Verfahren sogenannte Bio-Tenside her. Viele der Produkte sind dermatologisch getestet & für empfindliche Haut geeignet, alle Flüssigprodukte werden in Flaschen abgefüllt, die zu 75% auf pflanzenbasiertem und 25% recyceltem Plastik bestehen und erfüllen den Humane Household Products Standard (HHPS) für Tierversuchsfreiheit. Ecover macht außerdem mit einem Film-Projekt auf die Meeresverschmutzung und die Auswirkungen dessen aufmerksam. Das klingt ziemlich krass öko, oder? Ich muss sagen, in diesem Ausmaß hatte ich damit jetzt auch nicht gerechnet.

Nach eingehender Recherche fand ich auf der Seite einer Konkurrenzfirma (Sonett) noch einen Artikel über einen holländischen Bio-Handel, der die Ecover-Produkte aus dem Sortiment nahm, weil sie nach seinen Angaben im Begriff seien, synthetisches Algenöl zu nutzen. Schien mir eher wie Meckern auf hohem Niveau.
Und um die beiden nochmal zu vergleichen: Stiftung Öko-Test listet beide Firmen mit dem Ergebnis »gut« auf, und verweist darauf, dass Ecover in einigen Tests eine bessere Waschleistung aufweist als Sonett.

Meine eigenen Erfahrungen sind bis jetzt durchweg positiv. Ich nutze zwar nicht das Hauptwaschmittel, weil sein Lavendelduft absolut nicht mein Ding ist – aber das Wollwaschmittel ist ein super Ersatz! Nach und nach werde ich jetzt auch die anderen Ecover-Produkte ausprobieren. In ihrem Sortiment finden sich nämlich auch noch jede Menge toller Produkte für den Abwasch und den restlichen Haushalt.

Lies in meinem ersten Artikel zu diesem Thema, worum es in der Artikel-Reihe »schön&gut?« geht.

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Ruhe im Karton! – Ein Projekt gegen den Stress

Es ist schon fast Selbstironie, dass ich vor ziemlich einem Jahr an einem Projekt gegen Stress gearbeitet habe. Ohne es zu ahnen, war das die Zeit, in der der eigentliche Stress erst so richtig losging..
Ich bearbeitete in der Uni ziemlich viele Projekte gleichzeitig, das Ziel verfolgend, aus jedem von ihnen das best mögliche raus zu holen. Dann stand unsere Semester-Aufgabe im Fach Art Direction an und ich setzte mich auch bei der Projektwahl ziemlich unter Druck. Wie das bei kreativen Menschen unter Druck so ist, wurden meine Einfälle nicht besser, sondern die Lage immer verzwickter. In einem lichten Moment, beschloss ich eben dieses Problem zur Lösung zu machen und reichte als Thema eine Anti-Stress-Box ein.

Das Buch »Kreativität aushalten – Psychologie für Designer«, zu dem ich bereits einen Artikel geschrieben habe, bildete dabei die Grundlage. Um die Arbeit an dem Projekt selbst therapeutisch zu nutzen, wählte ich als Arbeitsweise dreidimensional geschichtete Papier-Motive. Das Ausschneiden, Basteln und Kleben, dem ich mich so lange nicht mehr hingegeben hatte, brachte fast etwas Meditatives mit sich.

Es war jede Menge Arbeit, die sich am Ende jedoch gelohnt hat. Das Endprodukt war ganz wortwörtlich »Ruhe im Karton« und einige entstandene Gadgets nutze ich bis heute 🙂

Wie in meinem Konzept bereits beschrieben, stellte ich dann aber auch fest, dass »Ruhe im Karton!« nur ein präventives Mittel für den Stress ist und keineswegs eine Zauberei, mit der man aus einer stressigen Einstellung fliehen kann.
Schaut euch das Projekt auf jeden Fall auf der dazugehörigen Projektseite an.

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IWICE geht an den Markt!

Das Startup IWICE, das Chris und ich seit dem Frühjahr letzten Jahres gestalterisch aufbauen und betreuen, startet jetzt so richtig durch!

So schnell kann es manchmal gehen… Gestern sitzen wir noch am Verhandlungstisch und sprechen über ein Logo und heute geht IWICE an den Markt mit einer tollen Produktpalette einem super schönen Packaging und jeder Menge stylischem Verkaufsmaterial! Ein knappes Jahr ist ins Land gegangen und bei uns in der Designabteilung hat sich noch so einiges getan.
Die Eisbecher durfte ich noch einmal komplett überarbeiten. Hier könnt ihr euch angucken, wie die damals runden Becher in der ersten Runde von uns gestaltet wurden.
Wir wie auch IWICE haben seitdem eine ganz schön intensive Entwicklung hingelegt. Ich war nun schon einige Male bei den drei Teammitgliedern in Klagenfurt und konnte das Eis vor kurzem auch endlich probieren – lecker Zeug!

Ich denke, ich kann sagen, es bleibt weiter spannend. Nachdem das Eis nun bald in Österreich in den Einzelhandel geht, könnt ihr es online auch schon in Deutschland bestellen – zugegeben, so richtig lohnt sich das erst ab 15 Bechern. Aber man kann sich ja im Büro zusammentun..

Demnächst werde ich die Projektseite überarbeiten und ihr könnt das fancy Design bewundern! Freut euch also auf das Eis und auf weitere Berichte – ich halte euch auf dem Laufenden!

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Schnieke plattdütsche Postkaarten

Ein kleines halb-privates Spontan-Projekt waren diese Postkarten für die Theaterabteilung der ETV in Kiel. Jährlich im Wechsel führt diese im Frühling eines jeden Jahres vier Wochen lang ein Theaterstück auf. Die Einnahmen aus dem Kartenverkauf gehen dabei komplett in die Vereinskasse und so verkaufen die teilnehmenden Vereinsmitglieder immer noch ein wenig osterlichen Nippes, um gemeinsam eine kleine Gruppenfahrt unternehmen zu können. In Zusammenarbeit mit ein paar Plattschnackern und etwas Inspiration aus dem World-Wide-Web entstanden ein paar schöne Motive für den Verkauf. Schönes kleines Projekt!

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»Die Kunst, ein kreatives Leben zu führen – Anregungen zur Achtsamkeit«

Und schon wieder, muss ich euch von einem Bestseller berichten! Warum ich so viel lese zur Zeit? Meine Anspannung weicht immer mehr einer Gelassenheit, die es mir erlaubt, in guten Büchern zu versinken und Tee zu trinken – ganz ohne Hast.

Und genau darum geht es auch in dem neusten Buch von Frank Berzbach „Die Kunst, ein kreatives Leben zu führen – Anregungen zur Achtsamkeit“. Nach »Kreativität aushalten – Psychologie für Designer«, dem ersten tollen Werk von Berzbach, das ich gelesen habe, beleuchtet der Autor dieses Mal nicht so stark den Alltag und die Arbeitsweise eines kreativen Menschen, sondern geht vielmehr auf den allgemeinen Wandel unserer Arbeitswelt ein und wie wir damit umgehen. Er zitiert und kommentiert die Erfahrungen von etlichen großen Köpfen und legt die Gewichtung dabei ganz besonders auf die Grundsätze von Zen, die Erkenntnisse von Mönchen und Gelehrten sowie die Lehren des Buddhismus und Teeismus. Da ich auch bei diesem Buch keine Spoilerei betreiben möchte und euch unvoreingenommen auf das gute Stück loslassen möchte, sei nur so viel gesagt: Es lohnt sich und es wird euer Leben sicher ein Stück weit verändern. Wie schon der Titel verrät, richtet sich das Buch hauptsächlich an kreative Leute, aber ich bin mir sehr sicher, dass auch ein Jedermann jede Menge Weisheit in diesem guten Stück findet.
Für Liebhaber von einem ehrlichen echt gedruckten Buch und besonderer Haptik ist das Cover des Ganzen außerdem eine echte Offenbarung! Ein sanfter Einband und Metallic-Effekte versüßen euch das Leseerlebnis. Auch im Inneren kommt ein Fan der guten Gestaltung auf seine Kosten: Wichtiges wird zitiert und hervorgehoben und eine übersichtliche Navigation sorgt für kontinuierlichen Durchblick!
31Sollte ich euch heiß gemacht haben, könnt ihr es gleich hier bestellen!

Lest auch meinen Artikel zu »Kreativität aushalten« oder werft einen Blick in die Special Edition, die ich während meines Studiums im Rahmen des Faches Art Direction für das Buch entworfen habe.

 

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Ist wirklich alles schön und gut?

Schön und gut sind wohl zwei der ältesten Rivalen ever! Egal in welchem Bereich – sie konkurrieren, seit wir denken können, und das in fast jedem Bereich unseres Lebens. Können die beiden nicht einfach Freunde werden?

Je länger ich nun in meinem Beruf arbeite und je mehr mir die Bedeutung meiner Arbeit bewusst wird, desto öfter frage ich mich, wie ein Produkt oder eine Marke im gesellschaftlichen Zusammenhang steht.
Mein Wunsch und mein ständiges Bestreben ist, mit meiner Arbeit – mit Design – Gutes zu tun, etwas zu bewirken und (wenigstens ein kleines bisschen) die Welt zu verändern. Und ich weiß, dass ein direkter Weg dorthin die sachgemäße und verständliche Aufbereitung von Informationen ist. Optimaler Weise steht das Endprodukt in meinen Augen dann in Mitten von Funktionalität, Ästhetik und sozial-ökologischem Bewusstsein. Kommt noch die Ebene des Preises dazu, bewegen wir uns in einem Spagat zwischen den Extremen:
Welche Gestaltung kann ich mit mir selbst vereinbaren? Ich möchte etwas zu einer besseren Gesellschaft beitragen, habe aber einen großen ästhetischen Anspruch. Ich muss bestimmte Preise verlangen, will aber mein Hauptaugenmerk nicht ausschließlich auf Profit und Kommerz legen. Ich will Design machen, das eine schöne Oberfläche hat, es soll aber auch inhaltlich etwas hergeben und in seinem Zweck funktional und sinnvoll sein.

Ich ertappe mich selbst oft dabei, wie ich durch den Supermarkt oder einen beliebigen anderen Laden gehe und stets zu dem Produkt greife, das besonders schön gestaltet ist – ob es sich dabei um eine Chips-Tüte handelt oder einen Klamotten-Label ist völlig Banane. Wenn mir auf den ersten Blick eine Geschichte erzählt wird oder eine geniale Idee im Design verankert ist, schlägt mein Gestalter-Herz höher und ich bin gleich bereit, mehr für das Produkt auszugeben.
Letzten Endes bindet uns unter anderem genau diese Entscheidung an Marken, ihr Auftreten und ihre Aussagen. Umso trauriger bin ich manchmal, wenn ich Marken oder Produkte sehe, die eine tolle Aussage haben oder einen Beitrag für unsere Welt leisten, es dem Betrachter aber nicht ausreichend kommuniziert wird.
Das Gegenteil macht es aber nicht besser, nämlich wenn eine Marke genau das kommuniziert und mir dabei kackfreck ins Gesicht lügt. Wer hält seine Markenversprechen und wer nicht? Oft genug betreiben Firmen »greenwashing« und führen uns letztlich sogar gerade durch die Gestaltung hinters Licht.

Mit welchen Marken und Produkten kann ich mich also umgeben, um als »bewusst lebende Designerin« in meinem kleinen Biotop glücklich zu werden? Gibt es welche, die funktional, ökologisch und sozial wertvoll, ehrlich, preislich vertretbar und auch noch schön sind? Ist das nicht vielleicht ein bisschen viel verlangt?
Wahrscheinlich kommt es auf das empfindliche Gleichgewicht zwischen all diesen Faktoren an und es bleibt natürlich eine Sache der Priorität des einzelnen. Ich möchte hier in Zukunft immer mal wieder ein paar Marken und Produkte aus meinem Leben auf diese Aspekte hin untersuchen und euch kritisch verschiedene Ansätze gegenüberstellen. Glaubt mir, ich bin so gespannt wie ihr – und ich wünsche uns viel Spaß!

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Wir sind alle unzufriedende Streber!

Ich kam neulich zu einer Erkenntnis, von der ich nicht weiß, ob sie mich beruhigt oder verzweifeln lässt. Und zwar habe ich mir Gedanken gemacht über das Thema Zufriedenheit. Es ist eigentlich ganz gleich, was wir tun – wir wollen mehr.
Wenn wir eine bestimmte Summe an Einkommen haben, haben wir diesen und jenen Wunsch, für den wir aber ein wenig mehr verdienen müssten. Dann rackern wir uns ab und schaffen es, mehr zu verdienen, erfüllen uns unseren Wunsch, haben dann allerdings einen neuen vielleicht viel teureren Wunsch, sind somit trotzdem nicht zufrieden und fangen praktisch wieder von vorne an.
Gleich diesem Beispiel kommt unser Zustand, wenn uns das Fernweh kitzelt. Wir reisen an einen Ort, den wir schon immer sehen wollten, und kaum sind wir da, fallen uns 5 weitere Orte ein, die wir aufsuchen wollen. Ein Ziel zu erreichen, genügt uns nicht im ständigen Streben nach mehr. Es scheint viel mehr ein Weg zu sein, der, ganz ohne ein Ende in Aussicht zu stellen, weit in die Zukunft reicht.
Es scheint, als würde jede Handlung in uns ein Verlangen nach einer anderen Handlung auslösen. Ein ständiges Bewegen und selbst verschuldetes Abmühen – fast so als würden wir den Berg aus Legosteinen, den wir versuchen zu erklimmen, mit jedem Schritt nach oben auch einen Stein höher bauen. Wo liegt in diesem Prinzip also der Sinn?

Wahrscheinlich ist es eine unterbewusste angewöhnte Handlung. Hunger kommt beim Essen, sagt man. Wahrscheinlich ist das Leben wie ein großes Festmahl, das vor uns steht und uns verführt. Normaler Weise isst man etwas und ist dann satt. Man verspürt eine angenehme kurz anhaltende Befriedigung, die normaler Weise so lange halten würde, bis wir wieder Hunger bekommen. Als sei dieser Kreislauf an sich nicht fatal und sinnlos genug, essen wir aber allein deshalb weiter, weil die gedeckte Tafel so verlockend ist und wir nichts von ihr verpassen wollen. Wir nehmen zu und wachsen aus unseren Klamotten heraus und haben dann noch mehr Hunger, weil wir einerseits nun einen größeren Magen haben und andererseits auch mehr verbrennen.
Ohne erwähnen zu müssen, dass Diäten an dieser Stelle nicht der richtige Weg sind und daran erinnernd, dass das auf dieser verstrickten metaphorischen Ebene auch zu weit führen würde, meine ich ja bloß, dass wir vielleicht lernen müssen, an einem bestimmten Punkt zufrieden zu sein.
Wir Menschen versuchen, unseren eigenen Schatten zu fangen. Wir sind wie Esel, die der Karotte hinterherlaufen, die mit einem Stock und einer Schnur an unserem eigenen Kopf befestigt ist.

Mir wird klar, dass wir so lange nicht zufrieden sein können, wie wir nicht ein gewisses Maß an Genügsamkeit und Verzicht üben. Wertschätzung und Dankbarkeit für das, was wir bereits haben im Hier und Jetzt und nicht weit in der Zukunft, sollte an erster Stelle stehen. Der Moment, den wir gerade in just dieser Sekunde erleben, sollte doch wohl allein deshalb der wertvollste sein, weil er real ist und keine verräterisch schillernde Zukunft seiner selbst.

Wir stehen eine gute Stunde auf der dritten Treppenstufe und wollen ganz nach oben. Wir heben unseren Fuß doch verlieren das Gleichgewicht und fallen runter bis auf den Boden. Verzweifelt dort liegend sehnen wir uns nun danach, auf der dritten Treppenstufe zu stehen, auf der wir bereits eine ganze Stunde standen, ohne uns darüber zu freuen. Wir standen dort freudlos, weil wir weder nach unten geschaut haben, um zu sehen, was wir geschafft haben, noch in unsere Umgebung, um die Aussicht zu genießen sondern nach oben, unzufrieden, noch nicht angekommen zu sein. Wo wir stehen und womit wir zufrieden sind diesem Vergleich nach also vollkommen relativ und nicht relevant.
Wahrscheinlich geht es dem, der auf der dritten Stufe steht und happy ist, dass er schon so viel geschafft hat und jetzt die tolle Aussicht genießen kann, viel besser als dem, der den Gipfel zwar erreicht hat, darin aber keine Erfüllung findet, weil er bereits auf der Suche nach einem höheren Berg ist.

Wenn wir es so betrachten wird es eigentlich gleichgültig, auf welcher Stufe wir stehen, wie viel Geld wir besitzen, an welchen Orten wir waren oder was sonst wir erreicht oder nicht erreicht haben. Denn so lange wir nicht lernen, die Zufriedenheit im Moment und im Sein zu finden, werden wir kein Ziel je erreichen.

 

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