Swantje Roersch | On Tour
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Ich will die weite Welt bereisen, fremde Luft atmen, neue Menschen treffen, besondere Orte erleben, der Heimat fern und mir selbst nah sein.

3 Wege zum nachhaltigeren Reisen

So einige Male gingen mir die Folgen von Tourismus und Globalisierung ziemlich gegen den Strich. Trotzdem muss das nicht bedeuten, dass wir deshalb aufhören zu reisen. An einem der besuchten Strände ärgerten mich angeschwemmte Fischernetze und Müll derartig, dass ich einen kleinen Denkanstoß daraus bastelte, der daraufhin fleißig von vorbeikommenden Besuchern diskutiert und fotografiert wurde. Das war eine schöne Aktion – ein Besuch im Ausland muss aber natürlich nicht in stundenlangem Bastel-Aktivismus ausarten. Es reichen herunter gebrochen drei kleine Nachhaltigkeits-Prinzipien…

 

1. Langsamer – Probier’s mal mit Gemütlichkeit

Vielen geht es im Leben und besonders beim Reisen darum, möglichst viel in möglichst geringer Zeit zu sehen, zu erleben, abzuhaken. Was ist aber, wenn man versucht, in der gleichen Zeit an einem Ort zu bleiben und ihn dafür intensiver zu erkunden?

Ich bin mittlerweile sehr froh, dass ich in Kapstadt nicht auf der Durchreise war, sondern mir knapp drei Monate Zeit gegeben habe. So manch einer hätte in der gleichen Zeit ganz Südafrika abgereist und vielleicht noch weitere Länder. Diese Art des Reisens hat ja auch ihre Vorteile: Man sieht eine größere Vielfalt an Landschaften, Menschen und Erfahrungen und kommt ein wenig mehr oder weiter rum in der Welt. Und natürlich ist unsere jährliche Urlaubs- oder Reisezeit in den meisten Fällen begrenzt. Es geht mir aber gar nicht um 3 Monate oder 3 Wochen, sondern um die Art und Weise, wie man einen x-beliebigen Zeitraum beim Reisen nutzt.
Was ist, wenn man dem Ort und den Menschen mal die Zeit gibt, einem ihre Version darzulegen? Ihre Lieblingsplätze besucht, die Dinge tut, die sie dort tun, und die Menschen trifft, die zu ihrem Leben gehören? Man taucht in ihre Welt ein, in ihre Version der Stadt oder des Landes. Ich habe in Kapstadt Woche um Woche mit einem anderen Couchsurfer verbracht und so jedes Mal einen neuen Menschen, einen neuen Freundeskreis, einen neuen Stadtteil und einen neuen Lebensstil kennengelernt – »zu Besuch im Leben eines anderen«. Es ist (besonders bei drei Monaten) weder Urlaub noch wirklich Reisen. Es ist, für eine kurze Zeit, an diesem Ort leben. Man lernt ein paar Sprachbröckchen und kann diese mit den Leuten vor Ort austauschen. Man lernt, was die Regeln in der Gesellschaft vor Ort sind, spürt die Vibes und das Feeling, das der Ort rüberbringt.

Natürlich führt das Ganze zu dem Kompromiss, dass man in seinem Leben vielleicht nicht alle »sehenswerten« Städte, Länder und Orte von der Lonely Planet Liste abhaken kann. Aber ist es denn nicht auch viel schöner und erstrebenswerter, abseits von irgendwelchen Listen, Empfehlungen und Location-Suchen sein persönliches Glück einfach zu finden und selbst zu definieren? Wer hat denn zu entscheiden, was für mich persönlich »sehenswert« ist? Warum muss ich die Top-20-Städte unserer Welt besucht haben? Vielleicht finden wir unsere schönsten Erinnerungen nicht in den 5-10 größten, besten, schönsten Sehenswürdigkeiten eines Ortes, sondern in dem kleinen Café, das wir zufällig entdecken, während wir unsere Umgebung erforschen. Das klassische »Back to the Roots«, zurück auf den Boden der Tatsachen kommen, den Boden, auf dem wir uns befinden, wenn wir unterwegs sind.

 

2. Regionaler – Bleib auf dem Boden

Mir wird dabei bewusst, dass ich meinen eigenen Boden, meine eigene Stadt, mein eigenes Bundesland und eigentlich auch Deutschland noch nie auf diese Art erkundet habe. Natürlich ist man mal in anderen Ecken Deutschlands, besucht Freunde oder Veranstaltungen, macht einen kleinen Urlaub. Aber kann ich nicht genauso zu Hause reisen, wie ich es im Rest der Welt tue? Kann ich nicht mit der gleichen Neugierde, mit der gleichen Offenheit in meinem eigenen Land reisen? Natürlich ist der Sprach-, Kultur- und Klimaunterschied nicht ganz so gravierend wie bei einer Reise um die halbe Welt und doch kann man dank dieser Unterschiede sicherlich ganz neue Seiten, ganz neue Menschen in seinem eigenen Land finden. Oder einfach das Nachbardorf, -see oder -meer, ein Tagestrip in die Umgebung, ein Wochenende außerhalb der eigenen vier Wände, des eigenen Alltags und der eigenen Komfortzone. Warum nicht ein paar Kilometer rausfahren und Zelten? Warum nicht 2 Wochen bei einem Freund oder einem Fremden unterkommen? Warum nicht vor der eigenen Haustür zum Entdecker werden? Wenn wir es versuchen, können wir Erfahrungen und Erkenntnisse machen, die ähnlich denen sind, die ein Reisender in der großen weiten Welt erfährt.

Und selbst wenn wir uns gegen die Heimat entscheiden und in die Ferne wollen: Wir müssen ja nicht immer gleich fliegen. CO2 Emissionen, die wir beim Fliegen in unsere Umwelt pusten sind weitaus schlimmer als viele der kleinen Umweltverbrechen, die wir tagtäglich so akribisch zu vermeiden suchen. Wir können uns also andere Ziele suchen oder als Kompromiss bei den Zielen bleiben und nach alternativen Transportmitteln Ausschau halten. Inlandsflüge sind komplett unnötig, Flüge in Europa lassen sich häufig durch günstige Busverbindungen vermeiden. Natürlich sind da wieder die kleinen sehr bedeutenden Faktor Zeit und Bequemlichkeit. Aber warum nicht auch mal den Weg als Ziel sehen? Wir hetzen immer von Ziel zu Ziel, merken gar nicht mehr, wo wir eigentlich sind, wie weit wir uns bewegen. Wir steigen in ein Flugzeug, genießen einige Stunden Board-Programm und -küche und steigen dann irgendwo auf der Welt wieder aus, ganz als wären wir dorthin teleportiert.
Sollte aber das Traumziel in einem vertretbaren Rahmen eben nur im Flugzeug erreichbar sein, gibt es Unternehmen wie Atmosfair. Das System von Atmosfair berechnet einem den CO2-Ausstoß seiner Flüge und daraus einen Betrag, den man zum Ausgleich seiner Freveltat in ein ökologisches Projekt investieren kann. Vermeiden ist zwar besser als Ausgleichen, aber Ausgleichen ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung immer noch deutlich besser als Ignoranz:)

 

3. Bewusster – Watch Your Steps

Und genau um diese kleine Schritte geht es, wenn wir unsere Art des Reisens hinterfragen. Es geht nicht um ein gebuchtes »Nachhaltigkeits-Erlebnis« (zum Thema Eco-Tourismus möchte ich an dieser Stelle nicht so ausführlich werden, da der ganze Bereich relativ komplex ist, und neben einigen wirklich guten Projekten nicht nur jede Menge Green-Washing betrieben wird sondern teilweise noch größere Schäden angerichtet werden).
Auch geht es nicht nur um Entfernung und Geschwindigkeit. Es geht um ein allgegenwärtiges Bewusstsein. Wir sind zu Gast. Selbst wenn wir zu Hause sind, sind wir zu Gast in unserer Stadt in unserem Land, in unserer Natur. Wir sollten nichts in unserer Umgebung als selbstverständlich annehmen. Wenn wir irgendwo zu Besuch sind, irgendwo eine gewisse Zeit verbringen, irgendwo leben, nutzen wir einen Lebensraum, interagieren wir mit anderen Bewohnern dessen und nehmen in irgendeiner Form einen Platz in ihm ein. Wir beeinflussen seine Wirtschaft, die Einwohnerdichte, das BIP , vielleicht, wie viele Hotels gebaut werden, oder wie gut die Infrastruktur sich entwickelt. Wir produzieren Müll, Lärm und Gestank und Geschwindigkeit, weil wir Menschen sind. Mit der Entscheidung, wo wir uns in dieser Sekunde, Woche oder im ganzen nächsten Jahr aufhalten, verändern wir den jeweiligen Ort, formen wir unsere ganze Welt. Man sollte ab und zu reflektieren und sich bewusst machen, wo man sich denn eigentlich aufhält oder sich aufhalten will, warum überhaupt und welche Folgen das für den jeweiligen Ort hat. Und dann sollte man versuchen, dem Ort und der Gesellschaft vor Ort etwas zurückzugeben. Etwas von dem zurückzugeben, was man ihm genommen hat, dem Ort etwas zu geben, das ihn den bleiben lässt, der er vorher war, oder ihm etwas hinzufügt, das ihm gut tut. Wenn man einen Ort besucht, wie lange auch immer, wird man zumindest für eine kurze Zeitspanne ein Teil von ihm – und wir können bewusst entscheiden, wie dieser Teil aussehen soll, ob wir Spuren hinterlassen und wenn ja, wie tief diese sind.

 

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Die Komfort-Hütte oder warum ein Blick aus dem Fenster nicht reicht

Bei dem ein oder anderen etwas schärferen Text, den ich derzeitig mal schreibe, mag man vielleicht das Gefühl bekommen, dass ich eine oppositionelle Position gegenüber allem Gewohnten einnehme, voll auf dem Anti-Alles-Trip bin. Das ist so einfach allerdings nicht zu sagen. Zu sagen ist, dass ich derzeitig den wohl größten Abstand zu meinem alltäglichen Leben und meinen Gewohnheiten eingenommen habe, den ich je hatte.

Es ist ein wenig wie aus einem Haus heraus zu treten, in dem man zwar täglich wohnt, das man aber nie verlässt, geschweige denn von außen in Augenschein nehmen kann. Wir bleiben in unseren geschützten vier Wänden, weil es warm ist und trocken und – wie könnte es anders sein – sicher. Wir leben so vor uns da hin, folgen unserer Routine, schauen vielleicht auch mal aus dem Fenster, wenn wir eines haben, und öffnen es als höchstes der Gefühle vielleicht auch, um einen Lufthauch zu erhaschen. Wir könnten natürlich hinausgehen und atmen und die Sonne und den Wind auf unserer Haut spüren, all die guten Gerüche und Geräusche erleben und vielleicht auch den Garten verlassen, wenn wir denn wissen, was ein Garten ist und einen haben. Aber das wäre viel zu gefährlich, denn man weiß ja nicht, was sonst noch alles passieren kann da draußen und schließlich geht es uns ja auch eigentlich gut so wie es ist. Jeder, der das jetzt so liest, würde sagen: Natürlich verlasse ich mein Haus, das mache ich tagtäglich. Aber natürlich geht es nicht wirklich um ein Haus, nein, ich spreche von unserer allzu oft beschriebenem und allgemein kritisierten Komfortzone. Und diese verlassen wirklich die allerwenigsten von uns. Ich meine, natürlich ist sie nichts Schlimmes und sie gefällt uns, sonst hätte sie nicht ihren Namen. Und auch ich habe eine – jeder hat sie. Sie kann in den unterschiedlichsten Formen auftreten: Sie kann das Zuhause sein mit all seinen Facetten, die Nachbarschaft, die Arbeit, zu der viele täglich gehen, vielleicht auch einfach das Badezimmer in seiner gewohnten Form, ein warmes weiches Bett, das Smartphone, die gewohnten Menschen, Familie und Freunde, die alltäglichen Gewohnheiten, finanzielle Sicherheit oder sogar das Wetter. Sie ist das, womit wir in unserem Alltag gezielt umgeben.

Doch wenn man sich das Sinnbild des Hauses noch einmal vor Augen hält – ein Mensch und sein kleines angenehmes zu Hause –, würde man wohl immer sagen: »Warum verlässt die Nase nicht das Haus? Es ist doch so viel schöner im Garten und bei den Nachbarn und gegenüber in der Bar und in der gesamten bunten Welt um sein Haus herum!« Nun, die »Nase« ist eben bequem und vermeidet Unannehmlichkeiten. Vorsicht ist schließlich besser als Nachsicht. Man könnte draußen hinfallen, angegriffen werden oder sogar sterben. Fakt ist, dass man das in seinem Haus früher oder später auch tut und Nachsicht kann ja manchmal auch als reizvollen Lehre auftreten.
Doch worauf ich eigentlich hinaus wollte, ist, dass wir uns nicht nur viele interessante Erfahrungen draußen in der Welt nehmen, wir nehmen uns auch den Blick auf unser eigenes Haus. So sehen wir nicht, wie es beschaffen ist, welche Farbe es hat oder wo es sich überhaupt befindet. Das Reisen gibt uns die Möglichkeit, unsere Komfortzone zu verlassen und einen objektiveren Blick von außen auf uns selbst und unser ganzes eigenes Leben zu gewinnen. Wir lernen Dinge über unser eigenes Leben, weil wir so viele neue Versionen eben jenes kennenlernen und wir lernen so einiges über uns selbst, einfach weil wir uns in einem ganz neuen Umfeld, in einem ganz neuem Licht sehen. Wenn es in unserem Haus mal stürmisch wäre oder geregnet hätte, hätten wir immer die Tropfen mit einem Eimer aufgefangen und so das Problem weitestgehend behoben. Nun aber können wir sehen, dass der Wind die Dachziegeln vom Dach gerissen hat und es jedes Mal hineinregnet. Durch unseren Blick von außen gewinnen wir einen ganz neue Perspektive auf das Problem und können es vielleicht beheben.

Man muss sicherlich nicht ans andere Ende der Welt reisen, um seine Komfortzone zu verlassen oder genügend Abstand dazu zu gewinnen. Was ist schon genügend Abstand? Entscheidend ist, dass man es sich mal bewusst »ungemütlich« macht, sich Extremsituationen aussetzt, sich in eine Situation begibt, in der man gefordert wird und unter Umständen alleine klarkommen muss. Es geht darum, über sich hinauszuwachsen. Um dies wörtlich zu nehmen eine weitere letzte Metapher: Es fühlt sich vielleicht ein wenig an wie eine Blume zu sein, die man aus einem kleinen Topf in der Ecke eines stinkigen dunklen Zimmers genommen und draußen an einem schönen Fleckchen in die Erde gepflanzt hat. Versteht mich nicht falsch, mein Leben ist kein stinkiges, dunkles Zimmer. Aber der Effekt, den das Reisen auf mich hat ist einfach ein sehr extremer. Ich kann atmen, ich kann meine Wurzeln ausstrecken und wandern wohin immer ich will und mich der Sonne entgegen recken, wachsen bis in den Himmel und erblühen in vollster Blüte, Kraft und Energie. Ich weiß, dass dieser Satz wahrscheinlich kleine Schleimfäden zwischen den Synapsen eurer literarischen Gehirnwindungen zieht, doch er drückt genau das aus, was ich erlebe. Ich möchte euch also ermutigen, aus eurer kuschligen kleinen Hütte heraus zu treten, die Tür hinter euch zuzuschlagen, die Welt zu erkunden, in der ihr euch befindet, euch selbst zu erkunden und schließlich zu wachsen, wohin immer ihr wollt.

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Urlaub in Thailand und sein bitterer Nachgeschmack

Thailand – mit seinen wunderschönen Wasserwelten, Inselgruppen, Tempeln und idyllischen Landstrichen wunderschön anzusehen. Lokales Essen, Pad Thai, frische Früchte und exotische Spezialitäten an jeder Straßenecke. In der Luft liegt ein Geruch von heißen gerade zubereiteten Köstlichkeiten, den verschiedensten Gewürzen, Räucherstäbchen. Und der Gestank des Tourismus.

Der Aufenthalt in Thailand hatte für mich definitiv zwei Seiten. Ich habe die Bilderbuch-Buchten, das gute Essen und vor allem die Sonne sehr genossen und doch hatte das Ganze irgendwie einen leicht bitteren Nachgeschmack. Warum fährt man an einen Ort wie Thailand? Weil es warm ist, weil die Fotos im Internet schön aussehen und weil es sicher ist. Sicher ist in unserer heutigen Welt ein sehr relativer Begriff. Und doch kann man an einem Ort, an dem sich so viele Touristen aufhalten wohl annehmen, dass es sicher ist. Wenn ich von »Backpacking durch Thailand« erzähle, klingt das erst mal nach einem abenteuerlichen Tripp – wunderschöne Landschaften und nichts als den Rucksack mit seinem Hab und Gut dabei. Fakt ist aber: Von diesen Backpackern gibt es dort etliche geradezu unzählbare Mengen. Nachdem wir auf einem mehrstündigen Tripp mit Tetris ähnlichem Geschick gemeinsam mit anderen Touristen und Gepäck in einem Minibus geradezu verladen wurden, kam mir irgendwie der Vergleich zu einer Viehherde in den Sinn, welcher erst einmal etwas hart erscheint, mir aber in vielerlei Hinsicht sehr passend vorkommt.

Das schöne mit uns Menschen ist, dass wir immer nach einer neuen frischen grünen Wiese suchen, auf der die Grashalme noch von einer erfrischenden Schicht Raureif bedeckt sind, kein Halm einen Knick besitzt, kein anderer je gegrast hat. Das ist so weit verständlich, denn Reisen ist günstiger denn je und die billigen Flüge und Angebote sorgen dafür, dass es fast egal wird, welches Ziel wir letzten Endes wählen. Das Ganze hat nur einen Haken: Unsere Weidegründe sind begrenzt. Wir neigen in jeder Hinsicht und eigentlich immer dazu, uns zu überfressen. Es wird nicht mehr geschmeckt, wiedergekäut, reflektiert oder genossen. Nein, wir fressen und dann scheiden wir unverdaut wieder aus. Wir suchen uns im Katalog oder wahrscheinlicher im Internet, bei Google-Bilder oder bei Instagram eine Weide aus, nehmen ein bisschen Geld in die Hand und dann wird abgegrast. Möglichst viele Spots in möglichst kurzer Zeit, denn man weiß ja nicht, wann man den nächsten Urlaub bekommt von der Arbeit, die man eigentlich gar nicht machen will. Sehenswürdigkeiten abklappern, den Tipps der Bewertungsportale, Blogger und Youtuber folgen, die auch den letzten unerforschten, scheinbar unberührten Winkel eines Landes finden und ihn an den Rest der Welt heraus posaunen. Und dann geht es los: Es ist dabei nicht besonders wichtig, was die landestypischen Gepflogenheiten oder Benimmregeln sind, nicht wichtig, dass man Fledermäuse mit seinem Blitzlicht stört, Korallen zertrampelt, ganze Riffe zerstört oder Menschen in ihren Wohnzimmern fotografiert, denn man ist ja so wie so nur kurz zu Besuch. Man grast eine Woche oder zwei oder fünf oder sechs so herum und zieht dann weiter oder zurück zum Stall. Zurück bleibt ein völlig zertrampeltes, abgegrastes und matschiges Land.
Keine Frage, Tourismus ist super für die Wirtschaft. Die reichen Besucher werden schließlich auch ordentlich gemolken und ausgenommen – lokale Preise sind da nicht drin. Da Touristen höhere Preise zahlen können, sollen sie dies doch bitte auch tun. Wenn man mal die Perspektive wechselt, scheint das nur fair. Es funktioniert ja auch für alle Beteiligten. Und trotzdem scheint mir der Preis, den die Locals, das Land und besonders die Natur für diese Einnahmen zahlen, unvergleichlich hoch. Jedes Mal, wenn ein Land weiter touristisch erschlossen wird, ist es, als verlöre dieses Land etwas von seiner Unberührtheit, seiner Unschuld, etwas, das ihm für immer genommen wird.

Wir alle müssen uns also dringend mehr mit dem Thema von einem nachhaltigen Tourismus beschäftigen. Durch Globalisierung, Entwicklung und unser Bevölkerungswachstum erschließen wir immer mehr unserer »unberührten Weiden« und verkaufen sie an heißhungrige Viehherden, die nur darauf warten, die Halme aus dem Boden zu reißen. Kein Wunder, dass wir anfangen, den Tourismus auf den Mond zu verlegen. Gibt es doch schließlich bald keine Superlative mehr, wenn so mancher mit Anfang 30 schon einen Großteil unserer irdischen Länder bereist hat und seine Bucketlist schon dreimal neu schreiben musste. Es klingt wie das traurige Ende einer Geschichte, ist aber wahrscheinlich die nüchterne Wahrheit: Wenn wir nicht aufwachen, wird es diese Weiden bald gar nicht mehr geben. So wie wir das Reisen unserer Eltern nicht mehr kennengelernt haben (kommunikativ abgenabelt, mit Karte in der Hand und zu Flecken der Erde, die kein anderer in ihrem Freundeskreis je besucht hat) so werden die nächsten Generationen auch unsere Art des Reisens vielleicht nicht mehr nachvollziehen können. Das ist natürlich bis zu einem bestimmten Punkt einfach der Lauf der Dinge. Einen großen Anteil haben wir aber durch pure Ignoranz selbst zu verantworten. Schon jetzt kommt man in manchen Ecken Thailands an, in denen es deutsche Guides gibt, deutsche Restaurants mit deutschem Essen und sogar deutsche Straßenschilder. Wenn man so etwas sieht, fragt man sich doch, warum die Deutschen nicht einfach gleich in Deutschland bleiben.

Die Krux an dieser ganzen Geschichte ist, dass ich dieses ganze Problem beschreibe und zugleich ein Teil seiner bin. Ich wüsste all dies nicht, wenn ich es nicht erlebt hätte, was wiederum bedeutet, dass ich selbst zum Vieh gehöre und grundsätzlich nicht besser bin als all die anderen Trampeltiere. Und auch ich habe nicht vor, mit dem Reisen aufzuhören. Doch – und ich glaube, das ist entscheidend – ich merke wenigstens, dass ich zu der menschlichen Rasse der Trampeltiere gehöre und erkenne die Probleme, die ich verursache. Es reicht natürlich nicht, das Problem auszumachen und zu beschreiben. Man muss auch etwas verändern. Wir brauchen Lösungen. Wie kann ich reisen und trotzdem keine allzu tiefen Spuren auf den bezaubernden Hängen und Wiesen hinterlassen? Wie kann ich grasen, sodass nach meiner Mahlzeit genügend Gras für das nächste Vieh nachwächst? Wie kann ich zu Besuch sein und den Menschen vor Ort dabei angemessen begegnen? Wie können wir die Welt, wie wir sie kennen, erforschen und sie trotzdem für kommende Generationen erhalten?

Nun, die Antworten darauf würden sicherlich den Umfang dieses Textes sprengen und ich möchte sie auch nicht in Form einer kurzen Liste behandeln, sondern dem Thema angemessen und ausführlich gegenübertreten. Ich verspreche also, den Prozess, der in meinem Kopf in Gange ist, und die Lösungen, die ich vielleicht finde, in weiteren Artikeln hier mit euch zu teilen. Bleibt also dran!

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Kapstadt – das südlichste Europa der Welt

Bei all den erkenntnisreichen Ergüssen, die mir während meiner Reise aus den Fingern fließen, komme ich nicht umhin auch mal einen kleinen etwas klassischeren Reisebericht einzuschieben. Ich habe Südafrika abgeschlossen und möchte dieses Land nicht einfach unbeschrieben zurück lassen.
Vorweg muss ich schon mal gestehen, dass ich nicht wirklich von Südafrika schreiben kann. Ich kann von Kapstadt, dem kleinen eigenen Europa am südlichen Zipfel des Landes, und von der Garden Route – doch zu dieser vielleicht an anderer Stelle mehr. Das Folgende kann allen, die bereits in Cape Town waren, ein lächelndes Zurückerinnern bescheren und allen, die noch dort hin wollen einen netten ersten Vorgeschmack geben.

Kapstadt ist eine vibrierende funkelnde Metropole mit so vielen Gesichtern, wie es Dinge zu erleben gibt. Ich möchte die Reisetipps kurz halten und nur kurz und knackig anreißen, was euch dort erwartet. Wie gerade schon angedeutet: Glaubt nicht, dass ihr dort „Afrika“ zu spüren bekommt. Natürlich könnt ihr bunte Armbänder, hölzerne Giraffenfiguren oder farbenfrohe Gewänder kaufen, aber ihr werdet hier nicht auf einem Elefanten reiten, mit den Löwen schlafen oder euch durch den Dschungel schlagen. Es gibt hier genauso Konzerte, Hipsterviertel, Szene Cafés und allen anderen Klimm-Bimm, den es in jeder anderen Stadt von Welt auch gibt. Auch Kapstadt hat dunkle Ecken und fröhliche Ecken und teure Ecken und hektische Ecken. Auch Kapstadt hat Berufsverkehr, bei dem gar nichts mehr geht, und Mietpreise, denen man beim steigen quasi zusehen kann – wie das ist einer Metropole eben so ist.
Was diese Stadt aber so besonders macht, ist die Kombination von Rundum-Meer und den Bergen in der Mitte. Die südafrikanische Sonne brennt im Sommer (unserem Winter) kräftig einen weg, während der South-Eastern-Wind (Cape-Doctor) einem vom Meer die ersehnte Abkühlung bringt.

Die Kapstädter, örtlich „Capetonians“ genannt, sind überspitzt gesagt eine Mischung aus schwarz, weiß, Südafrikaner, Holländern und Deutschen. Gesprochen wird Englisch, Xhosa oder Afrikaans – und da gibt es dann noch ein paar sprachliche Eigenheiten, wie zum Beispiel, Fragen mit einem „hey?“ zu beenden oder zur Verblüffung ein „Joh!“ oder „Jissis!“ auszustoßen.
Wir befinden uns hier außerdem in einem Land, in dem Kontraste zwischen arm und reich oder weiß und schwarz größer gar nicht sein könnten. Südafrikas Geschichte der Apartheid spiegelt sich natürlich auch hier wieder und so kann man am einen Ende der Stadt die teuersten Luxusvillen bewundern, am anderen Ende Townships mit Wellblechhütten vorfinden, die sich in einem scheinbar gewollten Chaos über große Fläche erstrecken.

Schauen wir doch noch einmal was Kapstadt denn nun so zu bieten hat. Ich gehe dabei jetzt mal nach Bezirken vor – diese sind überspitzt formuliert folgende:
Obz aka Observatory ist Studentenbezirk und wird von den meisten besser betuchten eher als „dodgy“ beschrieben, hat aber mit seinen Second-Hand-Läden, Restaurants und Cafés auf der Lower Main Road jede Menge Charme. Es grenzt an den Devilspeak, einen besonders anstrengend (!) zu besteigenden Ausläufer des Tafelberges.
In Woodstock geht das kreative Leben ab: Biscuit Mill Market, Design Studios, Ausstellungen, Start-Ups.
Es folgen etwas weiter nördlich Milnerton, Sunset Beach, Table View, Blouberg – endloser wunderschöner Strand, der an Nordsee und Dänemark erinnert, mit bestem Blick auf Kapstadt City und den Tafelberg (als absoluter Kite-Surfing Strand bekannt).
Zurück in Kapstadt: das Stadtzentrum. Im Schutze des Tafelberges wandert man durch Long-Street (bei Tag Touri-Meile, bei Nacht Party-Meile), Loop-Street, Bree Street und Green Market (Geheimtipp „First Thursday“ mit freiem Eintritt in Galerien, kostenlosem Wein und jeder Menge feierfreudiger Menschen). Außerdem zu finden: Tambourskloof, Bo-Kaap, Civic Center, Bahnhof und Minibus-Anlaufstelle.
Nächstes Highlight – V&A Waterfront und der Hafenbereich: Schicki-Micki-Shoppen, Sehen und Gesehen-Werden, seine Yacht ausführen, zu Silvester Feuerwerk gucken oder einfach teuer essen gehen. Von hier aus kann man auch ein Boot Richtung Robben Island nehmen (frühere Gefängnisinsel, auf der Nelson Mandela lange Zeit verbrachte).
Weiter an der Küste entlang folgen Greenpoint, Seepoint, Clifton und schließlich Camps Bay, welche in dieser Reihenfolge auch steigende Grundstückspreise, Einkommen und Egos vorweisen. Lange Promenaden mit Grünanlagen, Alibi-Joggern oder Sonnuntergangs-Spaziergängern. Auch hier zu Hause sind Leuchtturm, Greenpark und das WM-Stadion. Clifton lädt zu einem Tag an Beach 1-4 und eiskaltem Wasser ein, Camps Bay trumpft auf mit feinen Restaurants, einem abendlichen Glas Wein mit den Schönen und Reichen oder dem Sonntag-Abend im Café Caprice (egal was man hier unternimmt, man wird auf jeden Fall Geld los).
Weiter geht’s mit Hout Bay, einem kleinen Fischer-Hafen, mit feinem weißen Sandstrand, jeder Menge Seehunden und einem atemberaubenden Wochenendmarkt in der Markthalle. Eine ganz eigene Welt bildet die Peninsula: Touri-Programm pur. Ein sehr schöner Nationalpark, mit dem süd-westlichsten Punkt Afrikas, Pinguine zum Anfassen und kleinen süßen Orten wir Simons Town oder Fish Hoek. Vorbei an Kalkbay folgt dann Muizenberg, die Surferhochburg mit den kleinen bunten Umkleidehäuschen. Von hier aus könnte man dann am Township Khayelitsha vorbei Richtung Strand fahren, einer kleinen Stadt in der False Bay (hier hat das Wasser dann auch endlich Badetemperatur). Alternativ dazu ein Tripp nach Stellenbosch – Weinhochburg, sehr schnieke und nett mit dem angrenzenden ebenso zauberhaften Franchoek. Will man es noch weiter treiben, macht man sich von hier auf die Route 44 und erreicht irgendwann Bettys Bay und schließlich Hermanus die Wal-Stadt, in der (hauptsächlich zwischen Juni und Oktober) jede Menge Wale zu sehen sind.

Das wars dann auch schon mit der kurzen, leicht verspäteten Zusammenfassung von Kapstadt und Umgebung. Ein kleiner Text wird dieser pulsierenden Metropole sicher nicht ganz gerecht und auch muss ich detailliertere Tipps und Erläuterungen aussparen – ich stehe euch aber jederzeit für Fragen bereit.
Ich habe die einzelnen Facetten und vor allem aber die Menschen, die ich in dort kennen lernen durfte, sehr geschätzt und behalte sie in warmer guter Erinnerung in der südlichsten Ecke meines Reiseherzens.

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Reisen – was das?

Ich glaube, ich bin lange genug von zu Hause weg, um mir ein kleines Reise technisches Zwischenfazit zu erlauben. Mir wird bewusst, dass Reisen nicht nur der Schlüssel zu einer neuen Perspektive und einem objektiveren Blick auf unser eigenes Leben ist, sondern uns auch viele der Dinge zurück gibt, die wir im Schoße unserer alltäglichen Gewohnheiten verlernt oder vergessen haben.

Ich muss zum Beispiel feststellen, dass man in einem Gespräch mit jemandem, den man gerade eben erst getroffen hat, sehr schnell sehr viel von sich preisgeben kann wie auch sehr tiefgründig werden kann. Dieses Phänomen ist gar nicht mal an das Reisen gebunden, mir aber durch die hohe Frequenz neuer Leute besonders bewusst geworden. Man erzählt diesem fremden Menschen eine Geschichte, die man vielleicht schon mit jedem seiner Freunde durchgekaut hat und doch bekommt sie einen ganz neuen Anstrich, eine ganz neue Reflexion, nur weil ein Fremder seine objektive Meinung dazu kund tut. Ich glaube, dass diese Konversationen mit zufälligen Bekanntschaften, die man vielleicht in einem Bus sitzend, auf einer Felskante wartend oder klassischer Weise in einem Café beginnt, einem jede Menge geben können, ohne dass man dafür allzu viel tun muss. Es ist das simpelste und zugleich wichtigste Konzept der Welt: unsere Kommunikation. Diese befindet sich dauerhaft im Wandel und jede Generation hat aufs Neue das Gefühl, dass wir verlernen, miteinander zu sprechen. Und ich denke, das hat auch seine Berechtigung – zu mal eben jene spontanen und doch zutiefst interessanten Gespräche immer seltener werden. Wenn ich darüber nachdenke, wann ich in Deutschland zuletzt ein Gespräch mit einer fremden Person im Bus begonnen habe (ohne dass es aus Höflichkeit und ohne dass es eine ältere Dame war, die diese Form der Kommunikation noch ganz anders verinnerlicht hat), muss ich schon sehr lange überlegen. Und dabei haben wir immer die Freiheit und Wahl dies bei jeder Möglichkeit einfach zu tun.
Und das ist eines der wichtigsten Dinge, die ich bis jetzt vom Reisen mitnehme: Wir haben immer die Wahl. Wir haben immer die Wahl und können uns immer für diesen oder jeden Weg, diese oder jede Handlung, diese oder jede Art zu sein entscheiden. Viele der Menschen, die ich treffe, reisen, um sich ihrer selbst bewusst zu werden, zu verstehen, was sie wirklich wollen, einen Neuanfang zu starten, bei Null anzusetzen. Und ich sehe, dass es kein Alter, keinen Lebensabschnitt und kein Land gibt, in dem das nicht passiert bzw. nicht möglich wäre. Wenn jemand meint, es geht nicht, dann will er es meiner Meinung nach nur nicht genug, setzt seine Prioritäten anders. Wir können immer neu beginnen, wir können immer, diese Woche, heute, jetzt sofort anfangen, das zu tun, was wir wirklich wollen, was wir wirklich tief in uns ersehnen.

Reisen ist also Sehnsucht. Reisen ist Inspiration. Und Reisen bedeutet, sich selbst neu zu erfinden.
Das Gefühl, ein Reisender zu sein, befähigt einen zu jeder Menge neuer Handlungen und Eigenschaften. Man ist der Ausländer, Außenseiter, in Welpenschutz und außerdem hat man generell die Erlaubnis, jede Art von Fragen zu stellen. Das Reisen scheint uns einen Teil unserer kindlichen Neugierde zurückzugeben. Jeden Tag erleben wir etwas Neues, starten in den Tag mit der Vorfreude auf neue Orte, Menschen und Erfahrungen.
Doch wenn man es streng nimmt, können wir das auch zu Hause haben, oder nicht? Das einzige, was diesem Gefühl, dieser Lebensart, dieser neugierigen Perspektive im Wege steht, ist das kleine Ding, das sich unser Alltag schimpft. Er entsteht durch Wiederholung und die leben wir als Gewohnheitstiere jeden Tag und so oft wie nur möglich. Wir fühlen uns wohl mit Dingen, die wir kennen, mit einem geregelten Tagesablauf.
Die Dinge auf sich zukommen zu lassen, nicht alles zu planen und Inspiration in den Dingen selbst zu finden, beschert mir jedoch gerade höchste Zufriedenheit. Unsere Gefühle, Lebenseinstellungen oder die Art, wie wir uns geben, zu hinterfragen oder zu verändern, ist nicht zwingend an einen fernen Ort gebunden – auch wenn ich zugeben muss, dass man vielleicht einmal einen fremden Ort braucht, um dies überhaupt erst zu erkennen. Ich möchte dies für mein Leben verinnerlichen: reisen nicht bloß, wenn ich „Reisende“ bin, sondern immer, wenn es mir beliebt.
Warum also nicht sein Leben als Reise sehen, seinen Tag als Reise sehen? Diesen neugierigen unverbrauchten Blick, den wir haben, wenn wir unterwegs sind, mit nach Hause nehmen. Vielleicht müssen wir lernen, Neues in unserem Alltag zu finden, ihn neu zu interpretieren, ihn zu verändern. Vielleicht müssen wir nicht mit dem klassischen sich wiederholenden Abbild eines Alltags leben, sondern haben die Möglichkeit, unseren Tag immer wieder neu zu erfinden. Einen anderen Weg zur Arbeit einschlagen, sich Zeit für Dinge nehmen, die wir sonst nur im Vorübergehen tun oder weil wir sie tun müssen, und kleine Gesten, Momente und Ereignisse wieder wertschätzen.

Das Reisen hat also jede Menge wundervoller Eigenschaften – sei es Spontanität, Neugierde, Offenheit oder Mut. Wenn wir nur die Hälfte davon wenigstens ab und zu etwas mehr in unserem Tag leben, können wir ein anderes Leben haben, ein anderer Mensch sein. Dann können wir über uns hinaus wachsen, unserem Horizont hinterherjagen und einen neuen abenteuerlichen Weg finden.

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Von Steinen und warum man sie nicht suchen sollte

Wenn wir mal ehrlich sind, beschäftigt man sich auf einer Reise ständig mit Suchen. Sei es nach Steinen, Orten, Menschen, Erlebnissen, Fotomotiven, Weisheit oder sich selbst – man strebt nach Veränderung, nach dem Neuen. Bis jetzt hat sich für mich allerdings herausgestellt, dass das Finden und Entdecken an und für sich viel reizvoller ist.
Nehmen wir einen urlaubsüblichen Strand mit jeder Menge Sand und einigen Steinen, an denen sich der durchschnittliche Urlauber jedes Mal stört, wenn er auf ihnen ausrutscht, sich den Fuß stößt oder sie unter seinem Handtuch hervorholen muss, um bequem zu liegen. Diese Steine sind die Begierde so manch eines verwegenen Sammlers, der vielleicht zersprungene Muscheln satt hat und ein Souvenir sucht, dass von Dauer ist. Nun begebe ich mich in seine Situation und sage mir, ich will den perfekten Stein finden. Abgesehen davon, dass dies eine vage Definition ist und ich vielleicht noch gar nicht richtig weiß, was perfekt in diesem Falle bedeutet, kommen vielleicht jede Menge dieser Steine in Frage. Wie fange ich also an zu suchen? Ich gehe zu einem der angeschwemmten Steinhaufen, bei denen mir die Wahrscheinlichkeit größer erscheint, einen geeigneten Stein zu finden. Das ergibt ja nur Sinn – dachte ich. Doch auch nach mehreren Minuten will sich kein wirkliches Prachtstück finden. Schließlich nehme ich einen x-beliebigen und mache mich auf den Weg nach Hause. Kurz vor dem Holzsteg zurück zum Parkplatz sehe ich ein besonders schönes Exemplar aus dem Sand ragen – nur eine kleine Spitze, doch in so schillernder Farbe, dass ich sie nicht übersehen kann. Es ist kein Stein sondern ein phantastisch geformtes schillerndes von seinem Bewohner verlassenes Schneckenhaus.
Es geht mir natürlich nicht um Steine, denn diese Geschichte hat mir bloß den Denkanstoß für die weitreichende Bedeutung des Ganzen gegeben. Es geht mir um die Suche selbst. Wir suchen Locations, von denen wir Fotos gesehen haben, Orte, an denen sich viele Touristen aufhalten, Restaurants, in denen viele Gäste speisen. Wir suchen die Wale, in Gegenden, in denen viele gesichtet wurden, die große Liebe in Clubs, Kreisen oder in Netzwerken, in denen wir eine große Auswahl haben und unser Glück in all den Dingen, die wir begehren und vor uns sehen.
Es macht Sinn, auf diese Art und Weise zu suchen… Das Ganze liegt nur nahe: das Essen in gut besuchten Restaurants ist gut, mehr Steine bedeuten mehr Auswahl und da wo alle Touris ein Foto machen, hat das auch meistens einen atemberaubenden Grund.

Ich glaube allerdings, dass wir vielleicht mit der Suche selbst falsch liegen. Wir schauen mit dem Fernglas weit nach vorne, verpassen den Boden unter unseren Füßen und die Welt um uns herum. Wir suchen die Brille, die auf unserem Kopf ist, das Handy, dass wir gerade in der Hand haben und unseren Verstand, mit dem wir darüber nachdenken, wo er selbst wohl sein mag. Und schließlich verlieren wir aus den Augen, was wirklich zählt, nämlich was, wer, wo und mit wem wir jetzt und in diesem Moment gerade sind. Zu suchen, schürt in uns Erwartungen und Ungeduld und endet vielleicht auf kurz oder lang in Frust, Verzweiflung oder einer weiteren Suche. Zu suchen verändert uns, nimmt unsere Gedanken ein, raubt uns Energie und macht uns unzufrieden.

Es ist sicherlich leichter gesagt als getan, aber ich denke, wir sind besser dran, wenn wir versuchen, nicht zu suchen. Wenn wir zufrieden sind mit uns selbst und mit dem, was wir gerade haben. Das Ding, an das wir keine Erwartungen stellen, weil wir es noch nicht wissen, sehen, planen oder eben suchen, kann jene auch nicht enttäuschen.

Das beste Essen kann man in einem weit abgelegenen kleinen Restaurant haben – eben weil es nicht jeder kennt und mag, weil es eine irgendwie magische Atmosphäre hat und man mit den Menschen dort landet, die einem am Herzen liegen. Die schönsten Momente hatte ich an Orten, an die ich nie geplant hatte zu gehen, die mir vielleicht zufällig unter die Füße geraten sind oder nur weil ich einen ungewollten Umweg eingeschlagen habe. Wale habe ich nicht auf der unternommenen Whale Watching Tour gesehen, sondern ganz zufällig, als ich nichts ahnend einen Tripp mit einem Segelboot unternommen habe. Und einen Freund und Gefährten findet man manchmal in dem unscheinbarsten Fremden, in einem Menschen, den man nicht erwartet hat, in einem Menschen, der nie geplant war.

Man kann es je nach Neigung Zufall, Schicksal oder Glück nennen, aber ich glaube eben jene Phänomene können uns weit mehr Zufriedenheit bescheren als all die Dinge, nach denen wir bewusst und vielleicht vergeblich streben. Natürlich haben wir einen freien Willen und treffen unsere eigenen Entscheidungen und auch möchte ich damit nicht sagen, dass wir keine Träume haben sollen. Träume, Ziele und Sehnsüchte sind Antrieb und Grund für unsere persönliche Veränderung und Weiterentwicklung.

Doch wie alles sollte man sie in Maßen genießen. Wir sollten den Plan auch mal verwerfen dürfen oder ihn gar nicht erst schmieden. Wir sollten die Dinge so akzeptieren und genießen, wie sie kommen, und schließlich statt einem Stein ein schillerndes Schneckenhaus mit nach Hause nehmen.

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Allein unter Menschen – von Freundschaft, dem Allein-Sein und der Beziehung mit uns selbst

Vor einigen Wochen stand ich, nur mit meinem Rucksack ausgestattet, auf dem Busbahnhof und mir wurde bewusst: »Meine Reise beginnt jetzt!« – obwohl ich mich mittlerweile frage, was mich diese Feststellung treffen ließ. Ich könnte diese Worte eben so gut jeden Morgen sagen. Wir befinden uns auf einer ständigen Reise, haben ständig neue Anfänge und sind ständig dabei, dem nächsten »großen Etwas« entgegenzufiebern – sei es die nächste Verabredung, ein besonderer Tag, ein Lebensabschnitt oder das Leben selbst. Wo fängt also so ein »Etwas« an und wo endet es? Warum habe ich gerade jetzt das Gefühl, dass etwas Großes beginnt?

Wahrscheinlich scheint es mir so groß und besonders, weil ich schon ewig über die große Reise gesprochen habe, aber sie bis jetzt nicht umgesetzt habe und sie vor allem ganz alleine bestreite – dachte ich jedenfalls. Ich dachte, dass ich meine Heimat verlasse und komplett auf mich allein gestellt bin, alleine mit Problemen umgehen muss und von allen gewohnten Dingen und Menschen getrennt sein würde.
Fakt ist: Es gab bis jetzt keinen Punkt, an dem ich mich wirklich allein gefühlt habe. Abfahrt von zu Hause, ein Freundes-Besuch in Frankfurt, ein Freundes-Besuch in Pretoria und schließlich die große sagenumwobene »Allein-Phase« in Kapstadt. Pustekuchen. Von Zeit zu Zeit habe ich die Abgeschiedenheit gezielt gesucht und mir Zeit mit mir selbst eingeräumt, aber ansonsten gab es selbst ab diesem Zeitpunkt kein wirkliches Allein-Sein. Bereits am Flughafen schloss ich mich mit einer Niederländerin zusammen und teilte mir die Fahrt in die Stadt mit ihr. Und kaum betrat ich mein Hostel, lernte ich eigentlich alle zehn Minuten jemanden Neues aus allen Teilen der Welt kennen. Mit einigen dieser Menschen habe ich ganze Tage verbracht, Nächte durchgefeiert und Berge bestiegen. Und auch außerhalb der Backpacker-Welt ist es irrsinnig einfach, neue Menschen kennenzulernen – sei es über Couchsurfing, Whatsapp-Gruppen, Facebook oder einfach ganz klassisch auf der Straße. Die Welt steht dem Reisenden offen und er muss eigentlich nur noch die Initiative ergreifen, mit einer Frage, einer Feststellung oder einem interessanten Fakt ein Gespräch beginnen und Schwupsdiwups gesellt sich ein neuer Mensch in den Kreis der Reise-Freunde.
Natürlich frage ich mich, wie tief gehend diese Bekanntschaften so sind. Wie würden die Leute sich in Notsituationen verhalten? Wie hoch wäre die Hilfsbereitschaft? Bis zu welchem Punkt ist man ein Fremder, ab wann ein Bekannter und ab wann ein Freund? Was macht diese einzelnen Arten von Personen aus? Einige der eingefleischten Hostel-Bewohner sprachen sogar von einer Art Familie und dem Aufgenommen-Werden in diese. Ist es überhaupt möglich, eine Ansammlung von Fremden auf der Durchreise seine Familie zu nennen? Wir benutzen all diese großen Worte tagtäglich und akzeptieren sie in unserem Alltag irgendwann als selbstverständlich. Sie alle sind teil unserer Welt, in welcher Dimension auch immer. Wenn man bedenkt, dass jeder Mensch diese Begriffe für sich anders definiert, ist es eine subjektive Kategorisierung, jemanden seinen Freund zu nennen, zu seiner Familie zu machen oder sogar zu lieben. Doch es geht natürlich nicht nur um die Begrifflichkeiten. Vielmehr sind es Erfahrungen und Gefühle, die diese Personen für uns zu dem machen, was sie sind. Wir definieren unsere Beziehungen zu ihnen dadurch, wie lange wir sie kennen oder wie viel Zeit wir mit ihnen teilen, durch Sympathie, Treue, Vertrautheit und natürlich auch ein bisschen nach Herz- und Bauchgefühl.
Wenn man aber mal über all die Beziehungen nachdenkt, die man für gewöhnlich oder im Alltag hegt, kommt man vielleicht irgendwann an einen Punkt, an dem man sie hinterfragt. Was ist denn zum Beispiel eigentlich Familie? Wer ist Familie? Wäre man mit einigen seiner Familienmitglieder befreundet, auch wenn man nicht mit ihnen verwandt wäre – oder sind sie eben einfach da, weil sie da sind? Macht es einen Freund eher aus, dass man ihn lange kennt oder dass man ihn oft sieht? Muss man gemeinsam gelitten haben, um eine starke Bindung zueinander zu haben? Wie viele Menschen können wir in unserem Leben aufnehmen, wie viele Beziehungen können wir gleichzeitig pflegen? Was zerstört diese Beziehungen und was tut man, um sie aufrecht zu erhalten? Wir müssen nicht alles und jeden hinterfragen. Aber sich dieser Dinge einmal bewusst zu werden und bestimmte Eigenschaften wieder wertzuschätzen, Erinnerungen hochzuholen oder sich ins Gedächtnis zu rufen, was man mit diesem oder jenen Menschen durchgemacht hat, kann sehr erhellend sein.
Auf der anderen Seite lerne ich aber auch, dass wir, bevor wir über unsere Beziehungen zu Familienmitgliedern, Freunden, fremden Menschen nachdenken, bei uns selbst anfangen müssen. Egal, ob wir uns in unserem Alltag mit langjährigen Seelenverwandten umgeben, als Reisender gefühlt jede Stunde jemanden neues kennenlernen oder einfach nur irgendwo auf der Welt in einer riesigen Masse von Menschen befinden: wenn wir uns von ihnen verabschieden, nach Hause gehen, uns schlafen legen oder einfach nur die Augen schließen, ganz gleich, wo wir gerade sitzen, stehen oder gehen – dann sind wir mit uns allein. Und letzten Endes ist dies eine ganz entscheidende Frage: Mögen wir den Menschen, dem wir dann gegenüberstehen? Wären wir mit uns selbst befreundet, wenn wir uns auf der Straße treffen würden?

Wie gut pflegen wir die Beziehung mit uns selbst?

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Von Klippschliefern, Naturidylle und unsichtbaren Gefahren

Ich sitze in Hermanus an eine Felswand gelehnt und lausche dem tosenden Brechen der Wellen, die an den herausragenden Felskanten zerbersten. Eine kleine Brise weht – nicht zu vergleichen mit dem unbändigen Wind, der die letzten Tage diese kleine Stadt bestimmt hat. Eine kleine Brise, in der ein Möwe sich genüsslich treiben lässt, leicht wie eine Feder. Ein Falter fliegt in schwingenden Bewegungen direkt an mir vorbei, ein Klippschliefer schaut neugierig um die Ecke, um sich zu versichern, dass ich technisch ausgestatter Eindringling keine Gefahr für die Familie darstelle. Er nähert sich neugierig, bleibt aber in sicherer Entfernung und macht sich schließlich wieder von dannen. Die Zeit scheint still zu stehen. Ich fühle mich wie ein Besucher in einer Welt, die wir so oft nur noch durch die HD Oberfläche unseres Fernsehers in einer Mare Dokumentation betrachten oder im Vorbeigehen über einen kleinen Wanderweg mit einem Blick streifen und dann schnell wieder aus den Augen verlieren. Es ist so viel atemberaubender, den von Menschenhand gemachten Pfad auf ein paar Meter zu verlassen und sich der Umgebung, den Gerüchen, Tieren und Geräuschen einmal voll und ganz hinzugeben, eins zu werden. Plötzlich schärfen sich die Sinne, kleine Tiere, Dinge und Bewegungen werden relevanter. Hinter jede Ecke könnte ein unerwartetes Ereignis warten, ein kleines Wunder geschehen, ein unglaubliches Wesen wohnen.

Ich spüre einen ganz feinen Sprühnebel in der Luft, der von den zerschellenden Wellen herüber weht. Es ist friedlich hier. Die einzigen, die ein wenig Unruhe verbreiten, sind eine Gruppe von Möwen, die sich gegenseitig von den Sonnenplätzen auf den Steinen vertreiben und ein paar Klippschliefer, welche aufgeregt über einen Felsen jagen.

Bei meinen kleinen Ausflügen auf eigene Faust spüre ich neben der Natur auch ganz besonders die Wirkung des Alleinseins. An einem Ort wirklich allein zu sein, oder viel mehr sich allein zu fühlen, löst so viele Gedanken aus. Man verspürt keine Scham, für nichts. Warum auch, wenn der einzige, der über einen urteilen könnte, der singende Vogel auf dem Zweig oder der Klippschliefer auf dem nächsten Stein ist?

Auch gibt es keinen Neid, keine Rachsucht oder die Angst, jemand könnte einen bestehlen oder es auf einen abgesehen haben. Natürlich weiß ich nicht sicher, dass niemand da ist. Schließlich kann ich trotzdem überfallen werden oder ausgeraubt oder vergewaltigt. Diese Dinge kann man nie ausschließen. So gesehen bedeutet »allein« zwar erst mal Frieden aber keinesfalls, dass man sich außer Gefahr befindet. Doch was bedeutet Gefahr? Ist sie überhaupt da? Ist sie real? Und wenn ja, wie gehe ich ihr aus dem Weg? Ein interessantes Erlebnis hatte ich auf einer kleinen Wanderung auf eigene Faust im Fernkloof Nature Reserve von Hermanus. Dieses gilt so weit als sicher, mein Gastgeber in Hermanus wies mich allerdings darauf hin, dass in diesem Gebiet durchaus Schlangen zu finden seien (er betonte dies auf Grund einer Schlangenphobie mehrere Male). Ich dachte gar nicht mehr daran und tappelte fröhlich durch die schmalen, teils steilen Pfade. Mein Weg machte gerade eine Kurve, als neben meinem rechten Fuß eine kleine Schlange aus dem Dickicht schoss und in mitten des Weges liegenblieb. In heimischen Wäldern hätte mir das sicher nichts ausgemacht, aber hier wurde mir doch unwohl bei dem Gedanken, ihr zu nahe zu kommen. Ich wartete einige wenige Minuten, doch sie wollte den Weg nicht freigeben und ich war nicht tapfer genug, sie dazu zu zwingen. Da ich nicht auf eine andere Route ausweichen konnte, kehrte ich um. Im Nachhinein, muss ich jedoch feststellen, war das grober Quatsch. Weiter zu gehen oder zurückzugehen war ungefähr gleich gefährlich. Es hätte genauso gut zwei Meter nach meiner Kehrtwende die nächste Schlange aus dem Dickicht schießen können. Gefahr kann überall sein, so lange sie unsichtbar ist. Aber habe ich nun mehr Angst vor der Schlange, wenn sie direkt vor mir liegt, oder mehr, wenn ich sie gar nicht erst entdecke? Habe ich mehr Angst, vor dem grimmig dreinblickenden Mann, den ich vor mir stehen sehe oder mehr, wenn ich keinen sehe und mir bloß vorstelle, es könnte jeden Moment ein Vergewaltiger hinter der nächsten Ecke hervorspringen? Nun ja, sagen wir mal so: Der Mann, den ich sehe, ist real und immerhin ein kalkulierbares Risiko. Kann sein, dass er mich angreift, oder bedroht – kann auch sein, dass er einen schlechten Tag hat und nur deshalb grimmig schaut. So oder so kann ich selbst die Entscheidung treffen, wie ich diesem Mann begegne oder wie ich mit ihm umgehe. Und mit den Gefahren, die ich nicht sehe, ist es wahrscheinlich gar nicht so anders.

Was aber, wenn es eine Gefahr ist, von der ich noch gar nichts weiß? Die Gefahr, die man nicht kennt, ist die schönste von allen, weil man keine Angst vor ihr hat. Es geht wohl um Kenntnis oder Unkenntnis – um Wissen. Man sollte also einiges an Ortskenntnis und Grundwissen mitbringen, um sich irgendwo »sicher« bewegen zu können. Und doch muss ich sagen, möchte ich nicht alle Negativ-Beispiele und Horror-Geschichten hören. Es ist vielleicht ein bisschen zu vergleichen mit dem Googlen von Krankheiten: Je mehr man sich durchliest oder anhört, desto sterbenskränker ist man am Ende des Tages.

Es ist also eine Mischung aus Wissen, Abwägen der Wahrscheinlichkeiten, kalkuliertem Risiko und gesundem Menschenverstand, die anzuwenden ist. Fast alles andere fällt unter die Kategorie Pech – und das kann man überall auf der Welt haben.

Der kleine Klippschliefer hat ein aggressives Gesicht aufgesetzt, nähert mir sich immer wieder und lässt auch nicht locker. An dieser Stelle beende ich meine Schreiberei – ich bin schließlich bei ihm zu Besuch und möchte keine Gefahr für ihn darstellen in dieser kleinen heilen friedlichen Welt.
Ich verlasse diesen ruhigen wundervollen Ort, leergeschrieben für den ersten Moment. Und so schnell kann es gehen, dass man mit einer ruhigen idyllischen Szenerie beginnt und bei Angst, Gefahr und Vergewaltigern endet. Aber das passiert eben manchmal, wenn man sich seinen Gedanken hingibt..

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Der Nabel nach Hause oder was vom Reisen übrigbleibt

Ich bin nun schon ein kleines Weilchen unterwegs – nicht viel länger als bei einem gewöhnlichen Urlaub, aber lange genug, um Whatsapp-Texte, Sprachnachrichten und Mails zu bekommen von Menschen, die sich nach mir erkundigen. Das ist ja in keinem Fall etwas Schlechtes, sondern ganz im Gegenteil ein Zeichen von Anteilnahme und menschlicher Nähe. Ich freue mich, die Stimmen meiner Lieben zu hören, Fotos von zu Hause zu sehen und/oder Geschichten, Storys oder eine Bitte um Rat gesendet zu bekommen. Ich weiß das zu schätzen – ich liebe die Menschen, die mich umgeben.

Trotzdem beschäftigt mich dieser Nabel nach Hause natürlich. Wenn man früher man etwas weiter weg war, war die einzige Möglichkeit, die Menschen in seiner Heimat zu erreichen, ihnen einen Brief zu schreiben oder sie anzurufen. Das klingt ja erst einmal unfassbar drastisch, hat allerdings einen unschlagbaren Vorteil: Man war damals noch »richtig« weg. Um heute eine derartige Isolation zu erreichen, führt eigentlich kein Weg daran vorbei, sein Smartphone oder jegliche andere technische oder mit dem Internet verbindende Geräte zu Hause zu lassen. Wenn wir heute weg gehen, bleiben irgendwie trotzdem da. Und da beginnt das Paradox, das einen Reisenden in den Wahnsinn treiben kann – eigentlich uns alle täglich in den Wahnsinn treibt: Wir befinden uns automatisch an mehreren Orten gleichzeitig. Das „im Hier und Jetzt leben“ bekommt eine ganz neue Bedeutung und Komplexität, wenn es ein anderes Hier und Jetzt ist, als jenes, das wir unseren Alltag nennen. Ich möchte wirklich keine Moralpredigten zu dem ganzen Thema halten. Wir wissen das alles ja eigentlich alle. Wir tun eben nur nichts dagegen. Mal nicht up-to-date zu sein, nicht über alles Bescheid zu wissen und nicht ebenso alles von uns zu teilen, scheint in unserer Wissensgesellschaft der absolute Killer.

Ich habe kürzlich mit einem Filmproduzenten gesprochen, der für ein Unternehmen, Videos von Touristentouren dreht. Er erzählte mir, dass er ab und zu nur so tue, als wenn er filme, weil es Momente gibt, die er gerne für sich behält und nicht mit anderen teilen mag. Das klingt im ersten Moment egoistisch, ist aber meiner Meinung nach genau das Gegenteil. Manchmal müssen wir an uns selbst denken, und manchmal gibt es Dinge, die einzig und allein uns gehören und nicht geteilt werden müssen.
So kann »Sharing« eben auch »Not Caring« bedeuten: Wenn wir uns nur noch darauf versteifen, alles mitzunehmen und dem Rest der Welt zu zeigen, vergessen wir, uns um den Moment zu scheren, uns um uns selbst zu kümmern.
Und manche Dinge kann man eben auch gar nicht teilen. Es ist meistens schier unmöglich, einen Moment in einem Bild festzuhalten. Wir können zwar versuchen, die Landschaft aufzunehmen, einen Menschen abzubilden, eine bestimmet Lichtstimmung einzufangen oder ein Video zu drehen. Das was wir spüren, wenn wir einatmen und die Luft riechen, was wir spüren, wenn wir über die Oberfläche von warmen Holz streichen, durch weißen Sand gehen, einen Menschen berühren, mit dem wir eine Geschichte teilen oder an was wir denken, wenn wir die Augen schließen – das gehört nur uns und kann uns mit keinem Bild der Welt genommen werden.

Ich möchte aber noch einmal zurück kommen auf die Form des Reiseberichtes. Wie kann und/oder will ich meine Reise für mich, meine Lieben und den Rest der Welt festhalten? »Ich«, »meine Lieben« und »der Rest der Welt« unterscheiden sich dabei ja schon einmal im Grundsatz. Natürlich müssen Familie und Co, wissen, wo ich in etwa bin und dass es mir gut geht – das ist aber in Zeiten unserer krassen Verkabelung/Vernabelung kein großes Kunststück und bedarf keiner weiteren Gedanken. Das betrifft ja auch mehr das „Ich bin jetzt hier oder dort.“ oder das „Es geht mir gut.“.
Wie ist es aber mit einer nachhaltigeren langfristigeren Art der Erzählung? Ich könnte für mich selbst ein privates Tagebuch führen, so wie zum Beispiel das Textdokument, in dem ich gerade schreibe. Ich könnte meine Erlebnisse und Erfahrungen auch mit allen anderen teilen – etwas anderes ist ein Weblog („Blog“) ja schließlich nicht. Ich könnte es auch auf die spitze treiben und einen Vlog drehen und mein Erlebtes für meine Mitmenschen so noch greifbarer und nacherlebbarer darstellen. Das Problem ist nur, dass ich eigentlich gar keine Lust habe, meine Welt den halben Tag nur durch die Kamera wahrzunehmen und die andere Hälfte des Tages damit zu verbringen, das abgedrehte Material zu bearbeiten, zu schneiden und mit fancy Youtuber-Musik zu hinterlegen. Ich bin auch nicht die, die sich jeden Tag einmal vor die Kamera setzt und was von ihren Erlebnissen erzählt. Vielleicht wird das noch – jeder ändert mal seine Meinung und noch ist nicht aller Tage Abend. Das Problem ist aber, dass ich mich selbst nicht unbedingt gerne reden höre, geschweige denn auf einem Bildschirm sehen mag.
Aber sind wir mal ehrlich: Muss aus allem, was wir als Menschen von uns geben oder produzieren immer und immer wieder ein Gewinn gezogen werden– sei es Geld, Anerkennung oder das bloße »Weiterkommen«? Können wir nicht einfach mal etwas tun, um es zu tun?
Ich fühle mich beim Schreiben gerade so. Ich fühle mich, als würde ich einen Tisch bauen, meine Arbeitskraft, meine Fähigkeiten und meinen Schweiß hineinstecken und ihn dann auf die Straße stellen und sagen: Lasst uns daran speisen oder darauf Karten spielen oder sonst etwas tun, das uns gemeinsam Freude bereitet. Ich sage gar nicht, dass ich hier einen hervorragenden Tisch baue oder das er schön ist oder einzigartig oder sonst was. Es ist der Tisch, der er ist und ich möchte ihn teilen, fertig aus. Und wenn ich schließlich allein an ihm sitze, werde ich in irgendeiner Form eine hervorragende Zeit mit ihm haben.
So viel zu Kommunikation, Reiseberichten und Tischen. Bis zum nächsten Gedankenauflauf, Swanni

 

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Schreiben im Flugmodus

Ich bin auf dem Weg und sitze am Flughafen. Das erste, womit ich auf meiner Reise beginnen möchte, ist, mich frei zu schreiben. Sobald ich mein Blog öffne, einen neuen Artikel anlege und dann anfange zu tippen, kommt entweder Stumpfsinn dabei rum oder ich verliere bereits nach wenigen Minuten die Lust daran. Das mag daran liegen, dass dem Schreiben durch die Veröffentlichung auf einer Art offizieller Seite unmittelbar ein direkter Zweck zugeschrieben wird. Ich weiß, dass alle es lesen können, ich gebe mir Mühe, dem Publikum zu gefallen und ich denke viel zu lange über jeden einzelnen Satz nach. Früher habe ich meine Texte immer in einem Texteditor geschrieben. Dort wird nichts umgebrochen, es wird nichts autokorrigiert und meine Gedanken werden nicht gleich in irgendein Format gequetscht. Es geht dann beim Schreiben auch noch gar nicht darum, wer den Text lesen soll oder wird, sondern nur darum, dass ich mir meine eigenen Gedanken vergegenwärtige – quasi visuell reflektiere. Es gibt Situationen im Leben, die man durchlebt aber erst akzeptieren oder genießen kann, wenn man sie seinem besten Freund, seiner besten Freundin, einem seiner Elternteile oder einer sonstigen vertrauten Person erzählt hat. Das Erlebte oder der Gedanke werden erst dann real. Jetzt gerade, in diesem Moment des Schreibens, bin ich selbst meine vertraute Person. Ich erzähle es einmal aktiv mir selbst und kann eine ganz neue Perspektive einnehmen, einen ganz neuen Gedanken dazu haben. Es ist wie eine Konversation, ein Monolog, der mich auf neue Ideen, anknüpfende Erkenntnisse und wieder weiterführende Monologe bringt.
Wir alle führen Monologe in unserem Kopf. Doch sie nieder zu schreiben, gleicht einem Dialog, den man mit einer vergangenen Version seiner Selbst führt. Der geschriebene Gedanke verliert im Moment des Schreibens an Aktualität allein deshalb, weil man ihn während des Schreibens im Kopf weiterdenkt und ihm etwas neues hinzufügt.
Wenn man etwas weder tun noch bloß darüber nachdenken will, kann man es aufschreiben und man wird dem Tun, den Gründen es zu tun oder nicht zu tun, dem Ergebnis, das man erwartet oder nicht erwartet, oder dem Ding selbst viel näher kommen – allein, weil man es in die reale Welt holt, es festhält. Denken ist ja von Natur aus irgendwie passiv. Durch das Schreiben aber erzeugen wir einen realen aktiven Output. Wir »veröffentlichen« den Gedanken, machen ihn für andere zugänglich – und das weitaus nachhaltiger und reflektierter als bei einer Erzählung. Das, was wir niederschreiben, durchläuft eine Art von Filter – manches einen grob- manches einen engmaschigeren.
Vielleicht ist der Vergleich zu einem Prisma angebracht. Gedanken wären dann das Licht, das auf der einen Seite einfällt und aus der Stiftspitze oder der Tastaturcursor in gebündelter Form wieder austritt. Wie rein dieses Licht ist oder wie oft es durch Korrekturen gebrochen oder gebogen wird, kommt auf den Schreibenden und den Lesenden an. Das Licht scheint mir nebenbei gesagt eine sehr schöne Metapher für einen Gedanken zu sein – ist es doch ebenso flüchtig und ungreifbar, kann es doch verschiedene Intensitäten annehmen, je nach Perspektive und Umgebung anders gesehen oder interpretiert werden und schließlich einfach im Schatten verschwinden. Wie sinnvoll der Begriff »Erleuchtung« in diesem Zusammenhang doch scheint…
So gesehen tappt jeder von uns in einer Dunkelheit, die wir nur durch unsere Gedanken erleuchten und erschließen können. Alles in unserer Welt, das wir sehen ist physisch gesehen nur Licht. Könnte man weitergehend metaphorisch also sagen, dass alles, was wir sehen, nur Gedanken sind? Ist das größte Licht, die Sonne also der einzig große und wahre Gedanke – eine alles durchdringende Idee?
Ich weiß, dass diese Gedanken im Rahmen eines »Reiseberichtes« deutlich zu weit führen. Ich frage mich selbst, wie ich von der Bedeutung des Schreibens zur Hinterfragung unserer Existenz gekommen bin. Ich denke aber, dass es eben dies ist, was mir gefehlt hat. Mich beim Schreiben von meinen Gedanken treiben zu lassen und mir einen Satz mit dem nächsten zu beantworten, ohne je eine Frage gestellt zu haben.

Mein einziges Problem mit diesen freien Texten ist, dass ich sie am Ende meistens doch teilen möchte – und wenn es nur ist, um »mein Licht« mit anderen Menschen zu teilen und einen metaphorischen Regenbogen zu erzeugen. Vielleicht suche ich eben dies: dass diese Gedanken bei einem Lesenden, der sich in einem mentalen medienüberfluteten Dauerregen zu befinden glaubt, für einen kurzen Moment einen Regenbogen sieht. Ich möchte weder großkotzig behaupten, ich könnte gedankliche Regenbögen erzeugen, noch in einem textlichen Happy-End-Finale schließen. Es ist eben einfach so aus mir herausgesprudelt und da kommt dann eben manchmal auch philosophisches Konfetti bei herum – sollte ich diesen Text veröffentlichen und euch die gedankliche Einhorn-Kotze nicht gefallen, lest was anderes. Hier wird jetzt mal gegessen, was auf den Tisch kommt!

Ich wollte hier im Terminal sitzend mit einem Reisebericht anfangen. Ich habe faktisch noch nichts weiter beschrieben, als dass ich am Flughafen sitze. Und doch habe ich umso mehr das Gefühl, mich mitten in einem berauschenden euphorischen Beginn einer Reise zu befinden – einer ehrlichen, ungeschminkten und ungewissen Reise.

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Ladies, Wine & Design in Wien

Einen ganz besonderen Abend hatte ich auf meiner Österreich-Italien-Reise mit einigen Frauen in Wien. Auf der Seite der PAGE hatte ich von einer Veranstaltungsreihe gelesen, welche ursprünglich von Jessica Walsh aus New York initiiert wurde.

»Ladies, Wine & a bit of Design« sind mehrere Veranstaltungen über das Jahr verteilt, bei denen sich 6 Frauen auf ein Glas Wein treffen und sich zu einem bestimmten Thema austauschen. Anwesend ist immer eine Art Special Guest, eine Künstlerin oder eine Frau, die besonders intensive Erfahrungen zu einem bestimmten Thema gesammelt hat. Jessica Walsh fiel auf, dass nur sehr wenige leitende Positionen in der Kreativbranche von Frauen besetzt sind und möchte mit diesem Ansatz erreichen, dass Frauen von den Erfahrungen anderer profitieren und sich gegenseitig inspirieren, fördern und stärken.

Unser Abend begann mit einer guten Flasche Wein in dem Garagenraum des Hotels »Am Brillantengrund« in Wien. In dieser gemütlichen Atmosphäre stellten wir uns dann vor und lernten auch die eingeladene sehr eindrucksvolle Illustratorin Frau Isa kennen. Unser Thema für diesen Abend war »Selbstständigkeit« und wir bildeten eine gut ausgewogene Gruppe aus einigen Selbstständigen, einer Studentin, einer Angestellten und einer Weltenbummlerin – alle kreativ aber trotzdem aus sehr unterschiedlichen Bereichen.
Wir galoppierten durch die verschiedensten thematischen Bereiche, warfen Fragen auf, zogen Schlüsse und verabschiedeten uns schließlich hoch motiviert in die kalte Nachtluft. Es war eine wunderbare und ungewöhnliche Erfahrung, die ich bei Zeiten sicherlich noch einmal wiederholen werde!
Mein besonderer Dank geht an Maria Lechner, welche die Veranstaltung aus New York gefranchised, organisiert und ausgestattet hat! Dann also bis zum nächsten »Ladies, Wine & a bit of Design«!

 

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Von Urban Gardening, Design Thinking und meinem Master in Italien

Liebe Leute, es ist zwar schon ein Weilchen her, ich möchte aber wenigstens nicht vollkommen darauf verzichten, euch von meiner Woche in Italien zu berichten! April diesen Jahres machte ich eine kleine Tour von Wien nach Mailand. Und ein Zwischenstopp auf dieser Reise war Bozen!

Ziel dieses Besuches war für mich herauszufinden, ob ich an der Universität in Bozen meinen Master machen will. Angeboten wird dort eine absolute Neuheit: der dreisprachige Master in eco-social Design. Praktischer Weise bot die Uni gerade zu der Zeit eine kostenlose Workshop-Woche zum Kennenlernen und zusammen Arbeiten an. Ohne das genauer zu prüfen, meldete ich mich an und reiste drauf los (ich wusste nur, es ging irgendwie um Urban Gardening).
Am ersten Tag waren Kennenlernen und Teambuilding angesagt: Die unterschiedlichen Teilnehmer stellten sich vor. Neben einigen Bachelor- und Masterstudenten der Uni Bozen, Dozenten sowie Interessenten für die Uni waren außerdem unsere beiden Workshopleiter von openstate aus Berlin dabei (sehr sehr cool, schaut die euch auf jeden Fall an). Da mich aufgrund meiner mangelnden Vorbereitung irgendwie darauf eingestellt hatte, Beete anzulegen, Erdsäcke zu schleppen und mir die Hände dreckig zu machen, war ich mehr als positiv überrascht, als wir begannen, Ziele festzustecken und an einem Konzept zu arbeiten.

Es ging darum, einen Community Garden an der Uni Bozen zu planen und für seine Etablierung und Pflege ein Konzept auf die Beine zu stellen, das sowohl die regionale Gesellschaft in Bozen als auch Unileitung und -studentenschaft angemessen integriert. Wir lernten Design Thinking kennen und arbeiteten in unterschiedlichen Teams an einem Masterplan. Ich konnte Ideen, Erfahrung und sogar gestalterische Skills einbringen. An mehreren Tagen gab es übrigens kostenlose von dem Studentencafé lampele in Supermärkten gesammelte und zubereitete Köstlichkeiten. Die Gastfreundschaft der Menschen dort machte den kleinen, gemütlich italienisch wirkenden Ort mit seinen Gassen und Bögen und Bergen noch traumhafter.

Das Ergebnis der fünf Tage war schließlich eine ansehnliche Ausstellung unserer Arbeitsergebnisse auf einer größeren Veranstaltung der Uni.
Mitgenommen habe ich die Bekanntschaften von super interessanten und lieben Menschen, jede Menge neue Erfahrungen, Know-How, verbesserte Englischkenntnisse und vor allem ein kleines Stückchen Italien in meinem Reiseherzen!

Auch generell, muss ich sagen, habe ich den Ort wie auch die Uni irgendwie in mein Herz geschlossen. Nicht nur die Menschen dort haben mich mit offenen Armen (und einer Couch) empfangen sondern auch die Uni als Ort zum Lernen hat mich sehr inspiriert! Die Werkstätten, die ich dort zu sehen bekam, haben mich wirklich nachhaltig beeindruckt: neben Holz-, Metall- und Kunststoffwerkstätten gab es die Möglichkeit für Laser-Cut, alle möglichen Druckarten und einen Mitarbeiter für jeden Bereich, der einem mit seinem Know-How zur Seite steht – ein Paradies für handwerkliche und haptische Menschen und wahrscheinlich für einen jeden kreativen Studenten!
Feststeht: Falls ich irgendwann noch einmal einen Master machen sollte, dann wohl dort – im diesem kleinen Paradies in Südtirol.

Ich danke Stefania Zanetti für die in diesem Artikel genutzten Fotos. Weitere Bilder findet ihr unter anderem hier.

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