Swantje Roersch | Blond und blöd!
Gender, ü-ei, Frauen, Barbie, Frauenrechte, Mädchen, Bildung, Berufswahl
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Blond und blöd!

Mädchen rosa, Jungs hellblau – das würde wohl jeder so unterschreiben. Oder? Die Differenzierung in der Branche der Spielzeughersteller tritt voll in die Pfütze des dicken unbestreitbaren Klischees. 

So manch einer mag die Empörung nicht verstehen, doch ich will es mal versuchen. Letzte Woche erwischte mich ein neuer TV-Spot eiskalt. Der erste Schock kam mit dem Ü-Ei für Mädchen! Abgesehen davon, dass es wieder knall-pink ist, ist außerdem Fakt, dass es zwar ein Mädchen Ü-Ei gibt, allerdings kein Jungs Ü-Ei. Die »normale« Kinderüberraschung bekommt also der Junge, das Mädchen soll jetzt doch lieber mit etwas anderem spielen? Das ist aber nicht alles. Als Sonderaktion befinden sich Barbies mit Stoffkleidung und realistischen Haaren darin UND sie verkörpern »Barbies Traumberufe«, welche da wären: Künstlerin, Rockstar, Köchin, Ärztin, Schwimmerin, Tänzerin, Schauspielerin und Tennisspielerin! Neben Talent abhängigen Berufen wie Artisten und Sportlern bleiben wohl nur noch eine ernüchternde Köchin und eine Ärztin.  Und jetzt wundert sich das arme Deutschland und versucht eine Frauenquote herbei zu reißen.

Ich meine reden wir doch mal über die Mädels. Ja, es sind Kinder. Die Kritik mag einem hart vorkommen, denn Mädchen mögen ja nun mal (Ausnahmen bestätigen die Regel) rosa und Prinzessinnen und Barbie. Aber woher kommt denn diese Neigung? Ich denke, vom Spielzeug selbst. Wenn die Erziehung oder das Umfeld allein durch das Spielzeug keine anderen Neigungen zulassen oder das Mädchen einfach von vornherein in eine Schublade stecken, wird es sich mit all den anderen zauberhaften Wundern dieser Welt nie auseinandersetzen. Es ist meiner Meinung nach eine Form der Diskriminierung – und das nicht nur für die Mädchen. Denn auch Jungs können sich nicht mehr frei entfalten. Würden sie auf einmal ein Mädchenspielzeug in die Hand nehmen, wäre das ja irgendwie nicht »normal«.

Hier geht’s zum Werbe-Spot aus dem Fernsehen.

Alles in allem finde ich es wirklich traurig, dass die Kinder schon so früh in eine Ecke getrieben werden. Warum denn nicht eine Wissenschaftlerin oder eine Technikerin oder wenigstens eine »Geschäftsfrau«. Meeresbiologin, Pilotin, Anwältin – das wären Traumberufe von Barbie, die mich an der Bushaltestelle beim Beobachten eines kleinen Mädchens, die ein Überraschungs-Ei öffnet, freuen würden.

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