STARK: Über die Geburt der Marke, Start-Up-Spirit & Eis im Bauch

Eine Marke in die Welt zu bringen und so lange zu begleiten und aufwachsen zu sehen, wie es bei der Food-Brand STARK der Fall war, macht mich nicht nur glücklich und stolz, sondern ließ auch eine starke Verbindung entstehen. Die Zusammenarbeit mit einem Start-Up wie diesem hat mich dabei in meinem Wachstum unterstützt, öffnete mir als Selbstständige unter anderem die Augen in Hinblick auf das Spannungsfeld zwischen Idealismus und Pragmatismus und ermöglichte mir die Arbeit in einem Team, in dem ich viel Eigenverantwortung leben und erleben durfte.

Die Geschichte begann vor etwa 6 Jahren. Damals hieß STARK noch IWICE und ich übernahm das Projekt gemeinsam mit meinem ehemaligen Studien-Freund Christian Friedrich als eines der ersten umfangreicheren Brandings meiner Selbstständigkeit. Uns wurde von Anfang an ein großes Maß an Vertrauen und Freiheit in der Umsetzung unserer Ideen entgegen gebracht. Die österreichische Marke schafft es in den Handel. Zwei Jahre und eine Hersteller-Insolvenz später, fusioniert IWICE mit dem Start-Up Purefood, welches unter anderem auch die Tochtermarke Lycka vertreibt, und wird zu STARK. Gründer und Gründerin Lukas und Johanna kann ich zu dem Zeitpunkt bereits meine Freunde nennen und sie bestehen darauf, dass ich bei diesem Schritt an ihrer Seite bleibe. So darf ich auch beim Relaunch der Marke Geburtshelferin sein und ihr erneut ein Gesicht und einen visuellen roten Faden verpassen. STARK wächst und auch ihre Schwestermarke Lycka bekommt eine Rundum-Überarbeitung – dieses Mal von mir im Duo mit Marie Kersten.
In die Marken floss auf diesem Weg viel Herzblut und es war eine wahre Freude, in die Welt von Purefood einzutauchen. Ich konnte dezentral und in meinem Rhythmus arbeiten und die Zusammenarbeit ermöglichte es mir so, unterwegs zu sein und zu reisen.

Wann immer ich dann doch mal in Hamburg war und das Büro betrat, schwappte mir eine Art klassischer Start-Up-Spirit entgegen (zumindest stelle ich ihn mir so vor): In einer Ecke werden neue Eis-Sorten verkostet, in den Sauna-Kabinen, die zu gemütlichen Telefon-Kabinen umfunktioniert wurden, gestikulieren fleißige Menschen in ihren Calls und ein Zimmer weiter wird eine Runde Flunky-Ball gespielt. Das gemeinsame Mittagessen steht schon auf dem Tisch, ich werde herzlich begrüßt und fühle mich Zuhause. Obwohl ich nicht angestellt bzw. auch keine »Ownerin« bin, sondern nur punktuell als Freelancerin dazukomme, werde ich als Teil des Teams behandelt und in die Entwicklungs-Prozesse der Marken und Firma auf vielen Ebenen involviert.

So waren mir häufig auch die Teilnahme an Teamtreffen und Offsite-Events vergönnt. Einblicke in die Hintergründe der Organisationsstrukturen und Wachstumsprozesse zu bekommen und eigene Themen und Ideen einbringen zu können, war für mich eine willkommene Abwechslung zum Freelancerinnen-Alltag. So bot ich der Gruppe zum Beispiel eine kleine Meditations-Reise an, öffnete einen Sharing-Kreis zum Thema Glück und versuchte, meine Außenperspektive in den strategischen Gruppen-Sessions mit einzubringen.

Auch noch in der etwas fortgeschritteneren Anfangsphase wurde viel diskutiert. Es ging um Werte und Philosophie, faire und neuartige Gehaltsmodelle, die Entwicklung der Organisation mit ihren verschiedenen Untermarken, die Kommunikations- und Feedback-Kultur im internen Miteinander, neue Tools und, und, und…
All diese Werte zu entwickeln und aufrecht zu erhalten unter dem Druck des Vertriebsapparates Einzelhandel und den wachsamen Augen und Erwartungen von Investoren, ist allerdings nicht unbedingt ein Zuckerschlecken. Für die Idealistin in mir war und ist dieses Spannungsfeld auf jeden Fall eine Grenzerfahrung. Ich lernte hier als Gestalterin außerdem den pragmatischen Ansatz von Macher:innen so in meine Arbeitsweise zu integrieren, dass sich mein eigener Qualitätsanspruch und das Budget eines Start-Ups auf dem Weg zum coolen Design irgendwo bei einem effizienten Ergebnis treffen sollten.

Mittlerweile hat sich der Zauber des Anfangs in einen Wind des Wachstums verwandelt. Das Unternehmen erobert weiter die Supermärkte und bringt so mehr und mehr soziale vegane Bio-Produkte in die Supermarkt-Regale. Mit ihm wachsen auch seine Strukturen und Prozesse, die Büroräumlichkeiten und die Mitarbeiter-Zahlen. Es gibt nun auch eine hausinterne Marketing- und Designabteilung, mit der ich nach wie vor hin und wieder zusammen arbeite.

Während ich mich freue, dass Marken wie diese die Supermärkte erobern und Menschen eine Alternative zu ihren gewohnten Produkten anbieten, beschäftigen mich mittlerweile immer stärker die Systeme, die sich um einen Gegenvorschlag zum allbekannten Konsum bemühen. Lebensmittel-Rettung, gemeinschaftliche Bestellung von Großgebinden, Solidarische Landwirtschaft oder der eigene Anbau von Obst und Gemüse sind (teilweise keine neuen) spannende Konzepte und halten Stück für Stück Einzug in meine Lebens- und Arbeitsrealität.

Ich unterstütze STARK trotzdem manchmal noch und werde dann am großen Esstisch willkommen geheißen – und jedes Mal gibt es ein unfassbar leckeres Eis zum Nachtisch.
Danke Johanna und Lukas und danke Team Purefood für die Reise bis hierhin!

Die Projektaufbereitung und weitere Infos zur Marke STARK findet ihr hier.
Fotos: ©Purefood, Fotografin: Julia Bischoff

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