Swantje Roersch | Zeit
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Die landschaftlich schöne Strecke

Wenn ich auch nicht viel vom Leben erzählen kann, eines weiß ich mit Sicherheit: Egal wie erschöpft man ist, oder was man durchmacht oder mit was man sich herumschlägt – die rotierende Erde interessiert das nicht, die Zeit macht ihr eigenes Ding und rennt dabei in einem solchen Affenzahn davon, dass man meinen könnte, sie sei auf der Flucht.
Ich habe die letzten Wochen vor meinem Abschluss versucht, sie einzuholen, sie zu überholen, habe mich abgehetzt, bin über Stock und Stein gestolpert, bin ausgerutscht, zu Felde gekrochen und habe schließlich das Ziel erreicht. Und doch muss ich zugeben, dass die Zeit uns ein sehr ungleicher Gegner zu sein scheint.

Ich schnappe jetzt nach Luft und merke, wie meine Lunge sich erholt. Ein Atemzug voller Schönheit und Ruhe, in dem die Zeit stillzustehen scheint und die Welt erstarren lässt. Ich erlebe einen Moment, in dem ich meinen eigenen Puls zu hören glaube. Ich spüre jede Faser meines Körpers und meines Geistes und ich merke, wie sie schmerzen als seien sie belegt von einem schrecklichen Muskelkater oder einer Zerrung. Eine Zerrung im Kopf. Ich weiß, dass ich einen langen Weg gelaufen bin, ohne anzuhalten und zu rasten. Und ich weiß, dass ich diesen Weg einfach hinter mir gelassen habe, ganz ohne innezuhalten und zu merken, wohin ich gelaufen bin.
Und jetzt muss ich mir Zeit nehmen zum Regenerieren – ein heißes Bad für meinen Geist, eine Salbung für meine Gedanken. Ein wenig Klassikmusik der Gemächlichkeit statt des zeitlosen Heavy Metals eines Workaholics.
Regeneration ist Prävention – das war einer der Leitsätze, die mich während meines Sportabis stets begleiteten. Sobald deine Belastungsstärke nicht auf deinen Energieverbrauch abgestimmt ist, besteht die Gefahr, dass du übersäuerst, das Training unwirksam wird und du deinen Körper einer hohen Verletzungsgefahr aussetzt. Der Körper braucht Erholungsphasen zwischen einzelnen Trainingseinheiten oder Wettkämpfen – und so braucht sie auch der Kopf.

Was ich jetzt vorhabe? Ich denke, um der Metaphorik zu bleiben, kann ich nur sagen, dass ich versuchen werde, meinen Geist an die Hand zu nehmen, mit ihm einen Spaziergang zu machen, wohin auch immer es uns verschlägt, und ihn näher kennenzulernen. Zu schlendern, zu bummeln, zu wandeln. Über eine Wiese tollen, Kind sein, wild sein, alt sein, neu sein.
Ich will nicht hasten und ins Ziel stolpern – ich will den Weg genießen. Ich will all die Dinge genießen, denen ich begegne und ihnen gerecht werden. Ich will nicht so aus der Puste sein, dass ich nach Luft schnappe, sondern mit gesunder Ausdauer am Ende des Laufes ein Lied singen. Ich will springen und es nicht fürchten, will fliegen aber nicht fallen, und mich in die Wellen des Lebens stürzen ohne dabei gleich zu ertrinken. Ich freue mich auf jede Hürde, die da kommen mag und mich wachsen lässt, auf jede Stromschnelle, die mir Auftrieb gibt, und jede Erfahrung, die mein Wesen bereichert.
Ich freue mich auf die Menschen, die mich umgeben, die Momente, die ich mit ihnen haben werde und die Freude und das Glück, das wir teilen werden. Ich freue mich auf die Tage, an denen meine Sonne wieder scheint.

Aber erst mal mache ich jetzt das Navi aus und suche mir meinen eigenen Weg.
Seid mir Gefährten und lauscht meinen Geschichten.

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Von Null auf Hundert oder wie man sein Schweigen heraus schreit

Zwischen Illusion und Wirklichkeit,
Mit wenig Geld und wenig Zeit.
Lebt es sich von Tag zu Tag,
Schwer – so leicht man es auch nehmen mag.

Diese Worte verfasste ich vor einigen Monaten und ich erkenne immer wieder eine gewisse Wahrheit in ihnen. So sind es doch eben jene eng mit einander agierende Faktoren, Zeit und Geld, die uns alle fest im Griff haben und eines jeden Alltag bestimmen. Und so ist es einzig und allein die Wahl der Prioritäten, die diese Abhängigkeit, den Lauf im Hamsterrad und den Fall in einen bodenlosen Abgrund von Stress, Kommerz und Rausch außer Kraft setzen kann.

Freunde, ich hätte doch tatsächlich fast vergessen, was wichtig ist. Wenn man sein Leben vor lauter Hektik nicht teilt und die Erlebnisse, für die man Zeit und Geld aufwendet, anderen Menschen verschweigt, hinterlässt man auch keine Spuren im Sand. Gedanken zu teilen, ist wie der Abwurf von Ballast, gibt uns Auftrieb und schafft neue Kapazitäten in unseren Köpfen.

Und um dies zu tun, habe ich dieses Blog ja schließlich eingerichtet. Es ist ja auch nicht so, dass es nichts zu erzählen gäbe. Allerdings bildet man sich irgendwann ein, beim Zeit sparen verwirke man automatisch die Möglichkeit, sich welche zu nehmen. Und so ist es irgendwann unabdingbar, diesen Kreis zu durchbrechen.
In den nächsten Tagen werden also eine Menge aufgestaute Werke und Gedanken hier auftauchen, an denen ihr euch hoffentlich erfreuen könnt. Neben den ersten Fotografie-Ergebnissen werden zum Beispiel Arbeitsprozesse, Plakate und ein paar Basteltips zu sehen sein. Freut euch drauf!
Eure Knud

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