Poesie
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Einsamkeit zwischen den Zeilen

Zwei Menschen. Zwei Geschichten.

Sie saßen zusammen
vor den Bildschirmen
ihrer Telefone

Und unterhielten sich
online mit Menschen,
die ihnen fremd waren.

Er schaute sie an
doch war in Gedanken
bei all den Frauen aus seiner App.

Und sie schaute ihn an
und dachte an den Mann,
der gerade ihr Profil angesehen hatte.

Und so trafen sich ihre Blicke
nie, weil sie immer wieder abglitten
in die Welt hinter der Scheibe.

Für eine Ewigkeit
verblieben sie in ihrer Starre
und bemerkten es nicht.

Ihre Herzen waren erfüllt
von der Leere
externer Bestätigung.

Ihre Körper waren erregt
von jeder Notification
und jedem Like.

Und ihre Seelen verbunden sich für immer
mit der Unendlichkeit
des Internets.

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Ein schöner Sonnenuntergang

Ein schöner Sonnenuntergang
ist nichts mehr wert, wenn ich ihn fang.
Er will durch meine Augen treten,
tief in mich hinein
und nicht nur Inhaftierter
von einem Foto sein.

Ich schau' ihn an und lad ihn ein,
in meiner Seele Gast zu sein.
Er dankt und gibt mir einen Kuss.
Und wenn man es so sehen mag.
ist dies der letzte Gruß
am Sterbebett vom Tag.

In dem Moment sagt er zu mir,
dass alles und wir alle mal vergeh'n,
und wir uns in Kürze wieder seh'n.
Und nach dem Abschied und in diesem Wissen,
solle ich ihn nicht betrauern, nicht vermissen.

Und dann erlischt sein letzter Schein.
Und ich bin mit der Nacht allein.
Wach und blind und ohne Zeit.
Bleib ich zurück in Einsamkeit.

Ich weine.
Und mein Licht geht aus.
Und dann plötzlich,
sehe ich das seine.

Sein Licht erhellt des Mondes Blick.
Und dieser reicht es weiter.
Der Sonnenschein kommt nachts zurück.
Und begrüßt mich hell und heiter.

Ich merke nun, er ist nie fort.
Er ist nur viel auf Reise.
Und dank des Mondes Reflektion,
Berührt er mich ganz leise.

Er tritt in meine Augen,
nimmt in meiner Seele Platz.
Und ich verwahre seine Strahlen,
wie einen lang ersehnten Schatz.

Ich lausche seiner Wärme,
in meinem Herzen schwingt sein Klang.
Und so liebe ich den Mondschein
wie einen Sonnenuntergang.
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Reflection

When your inside is out,
And your head full of clouds,
When you’re feeling in pain,
And your tears are like rain,
When you’re far from the light,
And the distance feels tight,
When you don’t know your way,
When your vision is gray,
You feel empty and lone,
And you can’t find your home,

Stay calm, breathe in and see:

There is no light without the dark.
You cannot loose, what’s in your heart.
There’ll always be the up and down.
And a time when those will turn around.

Feel, observe and be.
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Voyage

Meeting the light on the way.
Fearless flowing around.
Lighting up the dark spots,
Leaving blind ones behind.

Telling you stories and what it has seen.
About deepest darkness and where it has been.
Telling you to see the truth.
About the world, about yourself.

You travel together.
The light is your guide.
You wake up together, you rest together.
The light is always at your side.

Days pass and then weeks.
And then time passes and disappears.
Light becomes your compass.
Light takes of all your fears.

It meets your eye.
And then the second and the third.
And then it shines through and through.
And you finally see. And you let go.

Open yourself and let it enter.
The sun warming heart and soul.
The moon cooling down thoughts and mind.
The light within you growing rich and bright.

And then slowly slowly begin to shine.
Become the light yourself.
Share and give whatever you can.
Lighting up the world on your way.

See, share and give.
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Freie Vögel

Draußen ist es dunkel-kalt,
finstere Gesichter,
Menschen flüchten, suchen Wärme,
erfinden neue Lichter.
Leere Geister in den Häusern,
erquickt in Überfluss.
Sehnsucht wird betäubt mit Pflichten,
Zwängen und Verdruss.

Schrei'nde Herzen bitten Sonne,
Liebe ist ihr Licht.
Die Seele sucht Weite, um zu grasen,
und Fahrtwind in ihrem Gesicht.

Lass los, spann deine Flügel
und nimm den Mut zum Springen.
Vertrau dir, leb' die Freiheit,
statt nur von ihr zu singen.

Mit Leichtgepäck und frischem Geist
Angst bleibt zu Haus' zurück
bin ich alles, was ich brauch.
Mein Gefährte wird das Glück.

Gemeinsam fahr'n wir ohne Hast,
uns liegt die Zeit zu Füßen.
Durchs Fenster sehn wir wilde Zeiten
und Gedanken, die uns grüßen.

Von Wut zu Liebe, von Schnee zu Licht,
zu Menschen ohne Geld.
Über den Dächern und unter den Sternen,
regieren wir die Welt.

Zwei Menschen, vier Beine,
vier Räder, ein Ziel:
Neue Ufer immer wieder.
Kein Weg ist je zu viel.

Wir schlagen wie Wellen
an Felsen und Strände.
Wir tanzen und singen
und finden kein Ende.
Wir grübeln und lernen
und reden und lachen.
Wir schmausen und schwelgen
und träumen und machen.
Wir sind.
Für immer Kind.

So bleiben wir so jung,
wie hoch der Wind uns trägt
und gehen mit dem Menschen,
der uns grad versteht.

Und schließlich geh'n wir weiter.
Und manchmal auch allein.
So lass' uns bis zum Wiedersehen
freie Vögel sein.
Wild und bunt und liebend
und in der Welt daheim.

Muchas Gracias,
Dennis & Hedwig.
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Buchprojekt Kalligrafie

Für all’ die, die noch keinen blassen Schimmer von Kalligrafie haben: Es ist so in etwa die »Kunst des Schreibens«. Meiner Kunstschule Wandsbek sei Dank, durfte ich diese Kunst auch in den Ansätzen lernen.

Folgendes gab ich als mein literarisches Verständnis dieser neuen künstlerischen Errungenschaft von mir:

Wenn eines Menschen Seele spricht,

So kann man ruhig lauschen – man hört sie nicht.

Sie kann es wohl ohne Mühe lenken,

Dass wir ihre Sprache denken.

So kann es wohl auch sein, dass wir es wagen,

Und das Gedachte frei raus sagen.

Doch immer noch kann man in der Zukunft nicht erschließen,

Was wir so frei verlauten ließen.

Es fand der Mensch zum Glück den Stift,

Und schrieb mit ihm ganz frei die Schrift.

Doch die Seele wollte mehr,

Waren bloße Worte doch kalt und leer.

Und ganz heimlich – sie verriet es nie,

Schuf die Seele so die Kalligrafie.

Nun lassen wir aber vielleicht doch lieber die Bilder sprechen. Unten findet ihr die 26 Seiten meines Kalligrafie-Buches in chronologischer Reihenfolge. Meine Textgrundlage ist ein eigens verfasster Text mit Gedanken zum Altern, Lachen und zu Kindern. Ihr findet die Seiten sonst auch immer unter der neuen Rubrik “Projekte und Serien”.

Und bitte kein Verdruss über Rechtschreibung oder Unlesbarkeit – das darf in diesem Buch sein, es geht um die Ästhetik.

 

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