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Pflichtprogramm fĂĽr jeden Kreativen!

Yeah – das 6. Semester nimmt seinen Lauf und beschert uns lauter Freude und neue Freunde. Neulich durfte ich dem guten alten Stress mal wieder kräftig die Hand schütteln, dann habe ich Bekanntschaft mit der Dame Pausenlos gemacht und schließlich war mein neuer Bekannter der Hinterherhänger auch mit von der Partie. Die Zusammenkunft dieser Herrschaften ist nicht nur eine Verschwörung sondern gerade zu eine Ausgeburt der kreativen Bodenlosigkeit.

Wir können alle von Glück sagen, dass dieser Herbst uns noch so viel Sonne und Wärme beschert hat und so manchem mit schönen Stunden diese Geister austreiben konnte.

Abgesehen von diesen unheilvollen Gestalten, kann ich aber auch einen sehr viel angenehmeren und ruhigeren Zeitgenossen meinen neuen Begleiter nennen. Ich gebe zu, in Gänze verschlungen habe ich ihn noch nicht. Doch die Seiten, welche ich schon lesen durfte und die vor aufkommender Selbstreflexion und Verständnis nur so sprühen, erregen in mir ein Verzücken.

»Kreativität aushalten – Psychologie fĂĽr Designer« ist nicht nur ein delikat gestaltetes sondern auch ein wirklich sehr hilfreiches Lesewerk. Es ĂĽberzeugt mich durch eine annehmbar geringe Seitenzahl und eine durchdachte raffinierte Struktur. Alle ungeklärten Phänomene, auf die junge wie wohl auch alte Mitglieder unserer Branche treffen, scheinen aufgelöst und erklärt zu werden. Ich bekomme das GefĂĽhl, der Autor hätte mich ein paar Wochen lang beobachtet, alles fleiĂźig notiert, ein paar Tage lang darĂĽber gebrĂĽtet, Fachliteratur studiert und mir dann einen schlĂĽssigen Antwortbrief mit einem dunkel blauen Umschlag und neon grĂĽner Schrift geschickt.
Arbeitsprozesse, Kreativität, Stress, Zeitmanagement – man identifiziert sich wahrscheinlich gerade deshalb in einem so hohen Grade mit den geschriebenen Sätzen in diesem Werk, weil sie den Nagel unseres gestalterischen Alltags dermaßen auf den Kopf treffen, dass es eine wahre selbstreflektionierende Gehirnerschütterung zur Folge hat.

Aber um nicht zu viel vorwegzunehmen, bitte ich euch, dieser schmalen Rezension zu vertrauen und euch selbst in die Seiten dieses kleinen oder großen Helferleins zu werfen und es als Möglichkeit zu sehen, aus dem vielleicht stressigen Hier und Jetzt zu fliehen – und sei es nur, weil ihr euch die Zeit nehmt, um dieses Buch zu lesen.

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Rettet den Regenwald, der Kunde kommt!

Wustes ihr, dass der Regenwald vielleicht abgeholzt wird, weil ihr ein StĂĽck Fleisch esst? Oder weil ihr mit bestimmten Putzmitteln putzt oder vielleicht einfach nur ein paar SĂĽĂźigkeiten „einwerft“?

Kleiner In-Put, um das nachzuvollziehen:
Wenn euer Stück Fleisch von Vieh stammt, das mit Futter aus der Sojamittelproduktion gemästet wurde, werden diese Sojapflanzen auf Flächen angebaut, für die große Teile des Regenwaldes abgeholzt wurden. Genau so verhält es sich auch mit den Anbauflächen die geschaffen werden, um Palmöl zu gewinnen, welches ungekennzeichnet in vielen Produkten aus unserem Alltag steckt.

Das sind lange Kausalketten! Wie erklärt man diese Sachverhalte jetzt auch noch Kindern im Alter von 8-15 Jahren – einer Zielgruppe, deren Auffassungsgabe und Verständnis ja immer noch sehr variiert?
Das ist unsere Aufgabe im Fach Social Marketing. Endlich gibt es eine Möglichkeit, soziale und ökologische Probleme mit Design zu verbinden! Der Auftrag war, eine Plakatkampagne für die Kinder-Website Abenteuer Regenwald der Organisation Rettet den Regenwald e.v. zu erstellen und die Kinder über die Problematiken aufzuklären.

Zusammen mit Julia Ahrens habe ich mich diesen Themen gestellt und eine illustrative vierteilige Plakatserie erstellt. In zwei Tagen ist es nun so weit und der Kunde kommt zu uns an die Kunstschule Wandsbek! Wir sind schon sehr gespannt und freuen uns auf ein reales Feedback! Ich werde euch berichten, was dabei herausgekommen ist!

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Von Null auf Hundert oder wie man sein Schweigen heraus schreit

Zwischen Illusion und Wirklichkeit,
Mit wenig Geld und wenig Zeit.
Lebt es sich von Tag zu Tag,
Schwer – so leicht man es auch nehmen mag.

Diese Worte verfasste ich vor einigen Monaten und ich erkenne immer wieder eine gewisse Wahrheit in ihnen. So sind es doch eben jene eng mit einander agierende Faktoren, Zeit und Geld, die uns alle fest im Griff haben und eines jeden Alltag bestimmen. Und so ist es einzig und allein die Wahl der Prioritäten, die diese Abhängigkeit, den Lauf im Hamsterrad und den Fall in einen bodenlosen Abgrund von Stress, Kommerz und Rausch außer Kraft setzen kann.

Freunde, ich hätte doch tatsächlich fast vergessen, was wichtig ist. Wenn man sein Leben vor lauter Hektik nicht teilt und die Erlebnisse, für die man Zeit und Geld aufwendet, anderen Menschen verschweigt, hinterlässt man auch keine Spuren im Sand. Gedanken zu teilen, ist wie der Abwurf von Ballast, gibt uns Auftrieb und schafft neue Kapazitäten in unseren Köpfen.

Und um dies zu tun, habe ich dieses Blog ja schließlich eingerichtet. Es ist ja auch nicht so, dass es nichts zu erzählen gäbe. Allerdings bildet man sich irgendwann ein, beim Zeit sparen verwirke man automatisch die Möglichkeit, sich welche zu nehmen. Und so ist es irgendwann unabdingbar, diesen Kreis zu durchbrechen.
In den nächsten Tagen werden also eine Menge aufgestaute Werke und Gedanken hier auftauchen, an denen ihr euch hoffentlich erfreuen könnt. Neben den ersten Fotografie-Ergebnissen werden zum Beispiel Arbeitsprozesse, Plakate und ein paar Basteltips zu sehen sein. Freut euch drauf!
Eure Knud

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Faulheit allein ist göttlich?

Jeder hat Ziele in seinem Leben und jeder arbeitet auf eine andere Art und Weise und in einem anderen Umfang dafür. Das Ideal von Erfolg, Macht und Reichtum ist dabei aber oft ein Griff zu den Sternen. Gut, wenn die Arbeit einen fliegen lässt.

In der letzten Zeit scheine ich unter einem Haufen von Arbeit zu ersticken und doch macht sie mich glücklich. Die Arbeit, an der ich sitze, lässt mich die Zeit vergessen. Am liebsten würde ich jede der 24 Stunden, die einen Tag bilden, mit meinen Aufgabenbereichen füllen.

Es geht bei dem ganzen Thema eigentlich um pure Motivation. »Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.« – diese Floskel ist nicht umsonst entstanden. Stehen wir mit ganzem Herzen hinter einer Sache, können wir so gut wie alles erreichen. Das ist zwar nicht faktisch bewiesen, aber eine Theorie ich bekräftigen möchte.
Jeder Mensch besitzt etwas, dass er besonders gerne macht oder besonders gut kann. Wir haben alle unsere Stärken.
Es muss auch nichts damit zu tun haben,  ein Fußballstar oder technisch begabt zu sein oder einem bestimmten Geschlecht oder Bildungsgruppe anzugehören. Es sind vielleicht auch unscheinbare Dinge wie Empathie oder Verständnis oder ein besonders unempfindliches Gemüt. Auf der emotionalen Ebene versteckt sich sicherlich viel mehr Potenzial. Eigene Motivation, Ehrgeiz, Fleiß und ein bisschen Optimismus sind, denke ich, Faktoren, die es fast jedem ermöglichen, fast alles zu schaffen.

Natürlich macht viel Arbeit einsam. Zumindest, wenn man sich nicht dagegen wehrt. Die Fähigkeit, sich Zeit zu nehmen, ist vielleicht viel wichtiger als Zeit zu haben. Und Zeit zu teilen statt sie zu verschwenden ist wohl der Schlüssel zu einem Leben, das gleicher Maßen durch andere Menschen als auch Beziehungen gefüllt wird statt nur mit dem Hinnehmen eines Alltagstrottes.

Die Arbeit kann allerdings etwas unheimlich Befriedigendes sein. Du solltest immer das tun, was dein Herz bewegt. Dieser Aspekt wird leider immer von Kommerz und von der Abhängigkeit vom finanziellen Ergebnis überschattet. Die Problematik besteht aus dem empfindlichen Gleichgewicht von Herzenswunsch und Einkommen. Kann ich von einer Arbeit nicht leben, kann ich sie auch nicht ausüben. Macht eine Arbeit reich aber unglücklich hat sie trotz vielem Geld keinen Wert.
Ein chinesisches Sprichwort sagt Folgendes:

Wenn du eine Stunde lang glücklich sein willst, schlafe. Wenn du einen Tag glücklich sein willst, geh fischen. Wenn du ein Jahr lang glücklich sein willst, habe ein Vermögen. Wenn du ein Leben lang glücklich sein willst, liebe deine Arbeit.

Und mit diesen doch wohl wahren Worten schließe ich den Beitrag und hoffe, dass auch ihr der Arbeit, die euer Herz sich wünscht, nachgehen könnt.

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Die Selbsthochzeit – ein Bund fĂĽr’s Leben

Irgendwann in meinem Leben hatte ich wohl wieder eine philosophische Stunde – oder was auch immer. Jedenfalls, muss ich rĂĽckblickend sagen, sind da doch ganz interessante Thesen bei rausgekommen. Na ja, lest selbst! Viel SpaĂź!


[…]
Es kann also trotz der ganzen vielen Menschen, die sich bei uns befinden, wirklich sein, dass wir uns richtig allein fühlen. Wir können Einsamkeit spüren, obwohl wir in Gesellschaft sind, können sie nicht stoppen, obwohl wir vielleicht hunderte Menschen um uns haben. Wir sind allein. So traurig die Wahrheit klingt und so gerne man sie geändert wüsste: Wir sind allein. Jeden Tag, jede Nacht, wenn die Sonne aufgeht und wenn sie untergeht: Wir sind allein. Menschen sterben und Menschen verändern sich. Wir kommen mit Menschen nicht mehr klar, streiten, verlieren sie. Kurz: irgendwann verlassen sie uns vielleicht.
Vielleicht sollte man die Einsamkeit in der Hinsicht betrachten, dass man doch wenigstens in Gesellschaft seiner selbst ist.
Ein Fakt bleibt: Wir mĂĽssen uns die Luft zum Atmen selbst holen und egal unter welchen EinflĂĽssen wir stehen, so trifft immer noch jeder fĂĽr sich ganz allein seine Entscheidungen – jeder.

Eines muss dir so oder so klar sein: Die Person, die dich am längsten in deinem Leben begleitet bist mindestens du selbst. Du wirst dich nie von dir trennen können. Ich will schweigen von Dingen, die nach unserem Leben mit unserem Ich oder unserer Seele passieren, denn davon weiß ich nichts, doch ich kann sagen, in unserem Leben sind wir unser einziger bleibender Gefährte. Und das ist der Grund, warum wir auf uns aufpassen sollten. Wir sind für uns selbst wertvoll.
Du bist wertvoll, das darfst du nicht vergessen. Du bist wichtig fĂĽr dich selbst. Du musst fĂĽr dich da sein und wenn es dir schlecht geht musst du zu dir stehen. Mach dich stark und bleibe dir treu, denn den Bund, den du mit dir eigentlich ganz unfreiwillig geschlossen hast, kannst du nicht brechen.

[…]

Du wirst die Zeit also ewig mit dir selbst zubringen. Und so kann ich dir nur eines fĂĽr deinen Lebensbund raten:
Versprich dir die Treue in guten wie in schlechten Zeiten, in Gesundheit und Krankheit, bis dass der Tod dich scheidet.

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Die Schlacht am kalten Buffet

Ja und wie fast alles, habe ich meine Zeit bei der Traum GmbH schwarz auf weiĂź verarbeitet. Ich schildere in dem Text, aus dem der folgende Auszug stammt, meine Arbeitsstätte aus der Sicht eines Krieges – nicht weil ich dort so eine schreckliche Zeit hatte – im Gegenteil, ich hatte dort eine sehr angenehme Zeit und sehr -, sondern weil ich Menschen gesehen habe, die bei dem Anblick von Essen zu Tieren wurden.

[…]

Und dann – der trügerische Schein der Idylle trügt einen wie die Ruhe vor dem Sturm – erschallt das Kommando des Diensthabenden Restaurantoffiziers, die Tore öffnen sich und die erste Gästewelle schwappt mit einem verheißungsvollen Murmeln über das gesamte Kampfgebiet. Erst langsam, dann immer energischer, drängen sich die hungrigen Menschen rund um das lange kalte Buffet und – ihr glaubt es kaum – sie nehmen mit funkelnden Augen die Bratstation ins Visier.
An meiner gesamten Front regen sich die ersten Reaktionen: Meine Kameradin eilt wie ein Düsenjet von Küche zum langen Tisch, um möglichst schnell die ramponierten Platten und Schüsseln wieder in Schuss zu bringen. Die Serviceinfanterie strömt wie eine Armeisenkolonne aus dem Tresenbereich, schleppt Teller und Tassen mit einem Gewicht, das wahrscheinlich ihr Körpergewicht weit übertrifft, und schafft es trotzdem noch die schweren Platten an fröhlich herumirrenden Kinderscharen vorbei zu manövrieren. Der ganze Raum summt und brummt und die Schlacht ist in vollem Gange. 

[…]

Jetzt ist meine Chance: Ich krieche aus meiner Deckung hervor und gehe auf’s Ganze. Jetzt können Sie alles haben, was noch von mir ĂĽbrig ist. Ich setzte an zum Gegenschlag. Mein »Guten Appetit« verstummt nicht, ich weiche nicht zurĂĽck. Jetzt hört man nur noch die glĂĽcklichen Seufzer: »Guck mal, Schatz, die Dame macht Herzen auf die Pfannkuchen!«. Der Menschen Herzen erweichen und auf dem Schlachtfeld reicht man sich die Hände. Mitleid – nein sogar wahre Zuneigung fĂĽr meinen »fetten« und »heiĂźen« Job machen sich breit. Die Leute danken. Und lächeln. Und gehen.

Sie gehen nach Hause in ihre Häuser und dann fragen sie sich: Habe ich das gerade erlebt?
Ja, am Ende sind sie alle fort.

Und wir tragen die Leichen davon. Die reglosen, zerpflückten Kadaver der anfangs doch so ansehnlichen Platten und die geräuberten und vergewaltigten Schälchen und Schüsseln – meine Kameradin und ich bringen sie in das Lazarett – die Schweinetonne – wo sie darauf warten, ihre letzten Stunden zu verwirken.

Und nachdem das Schlachtfeld bereinigt ist und wieder eine Wiese der GemĂĽtlichkeit und Behaglichkeit hergestellt ist, gucken wir uns an und wissen, nächsten Sonntag beginnt sie auf’s Neue: Die Schlacht am kalten Buffet.

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Teilen macht Freu(n)de!

Sogar Facebook sagt es uns: Teile! Mit Freunden teilen, mit Fremden teilen – mit wem wir irgendetwas teilen ist doch eigentlich egal…

Wenn es um unser Privatleben geht, würde ich fast sagen: Nein, es ist nicht egal. Und es gibt auch Dinge, die man vielleicht als Privatsphäre einstuft. Aber wenn es um den Alltag geht, kann ich nur sagen: Teilt alles, was ihr habt, mit jedem, der es braucht.

Schon mal drĂĽber nachgedacht, liebe Busbenutzer ohne Monatskarte, dass man die Fahrkarte beim Aussteigen jemandem in die Hand drĂĽcken kann, der gerade beim Busfahrer bezahlen will? Ihr braucht sie meistens eh nicht mehr. Genau so wie ein Parkticket, das noch ĂĽber eine Stunde zu leben hat. Oder einen Apfel, den ihr nicht leiden mögt, weil er nicht den richtigen Rot-Ton hat – den nimmt ein BedĂĽrftiger sicherlich gerne.

Teilen ist also gar nicht anderes als Recycling, Second Hand und eine Handlung gegen die Wegwerfgesellschaft und den Ăśberfluss.

Das Gleiche trifft auf Informationen zu. Wenn ihr etwas für euch herausgefunden habt, ihr Ausbilder seid oder Vorgesetzter oder vielleicht sogar Lehrer oder vielleicht auch einfach nur jemand der weiß, dass die Kartoffeln aus Supermarkt X fünf Minuten länger kochen müssen, dann teilt euch mit! Teilt die Informationen mit anderen. Natürlich muss man im Leben auch eigene Erfahrungen machen, aber wie viel mehr kann ein Mensch erreichen, wenn er nicht alles selbst herausfinden muss, sondern die Erfahrungswerte eines anderen mit einbeziehen kann?

Also, ich rufe euch hiermit dazu auf: Teilt was ihr habt und nicht mehr braucht, denn Teilen macht Freu(n)de!

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Ein Streifen der die Welt verändert oder die Hälfte des Himmels

Er handelt von Frauen aus Afrika, Indien, Gewalt, Zwangsprostitution und Armut. Aber es ist kein Weltverbesserungsfilm zweiter Klasse – es ist ein internationaler, emotionaler und sehr authentischer Film ĂĽber die grausame Welt, mit der sich viele Frauen des 21. Jahrhunderts konfrontiert sehen.

Es fing alles an mit einem Buch, das Nicholas D. Kristof  und Sheryl WuDunn, zwei bemerkenswerte Journalisten, gemeinsam schrieben. Ich könnte ebenso gut sagen »ein Buch, das die Welt verändert«, es muss aber erst noch von mir gelesen werden und ist dank ebay schon auf dem Weg zu mir. »Half the Sky« wurde dann auch die Dokumentation benannt, in der der Autor mit 6 verschiedenen US- Schauspielerinnen 6 verschiebe Gebiete bereist, Opfer befreit, befragt und mit außergewöhnlichen unheimlich starken Frauen redet, die aus der eigenen Hölle entkommen sind und trotzdem noch die Kraft aufbringen, für andere Mädchen und Frauen Wunder zu vollbringen.

Der Film hebt eines besonders hervor: Die Frau braucht Zugang zu Bildung, damit sie sich selbst helfen kann. Dem stimme ich in jeder Hinsicht zu und verschreibe diesen Film deshalb hiermit JEDEM!

Hier könnt ihr euch noch weiter mit dem Thema beschäftigen

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Pessimismus oder Realität?

Die Frage muss sich bei diesem langen aber hoffentlich nicht langatmigen Ausschnitt aus Knuds Archiven wohl jeder selbst beantworten. Man darf nur nicht vergessen, dass wir eigentlich in einer schönen Welt leben:

Warum drückt jeder Mensch im Bus den Stopp-Knopf? Er weiß ganz genau, dass der Bus am Hauptbahnhof hält – selbst wenn keiner drückt. Und doch hat er Angst.

Er hat Angst, im Stich und alleine gelassen zu werden. Er hat Angst, dass der Bus doch weiter fährt und er nicht die Chance bekommt auszusteigen. Auch die Zusteiger fürchten sich. Es könnte ja sein, dass der Busfahrer die Tür sogleich schließt, sind alle Passagiere ausgestiegen. Drum wird ihnen – den Aussteigenden – entgegengestürmt.

Ohne RĂĽcksicht auf Verluste, ohne RĂĽcksicht auf Menschen, die vielleicht Hilfe beim Ein- oder Aussteigen brauchen. Sicherlich, es gibt den einen oder anderen, der doch behilflich ist, fast als mĂĽsste er sich fĂĽr das rĂĽcksichtslose Verhalten der anderen entschuldigen. Vielleicht besitzt er aber auch das gute Herz, die gute Seele, den klassischen, alt eingestaubten Anstand, den doch so wenige der neuen Generation beherzigen.

Viel zu anstrengend ist das Leben, viel zu knapp die Zeit und viel zu beschäftigt ein jeder, um kurz Halt zu machen und zu helfen.

Autonom verläuft auch die Fahrt. Egal wo – Musik steckt im Ohr und das verlorende Individuum widmet sich seiner selbst. Selbst die zwei sonst so Vertrauten sitzen verkabelt und mehr oder minder abwesend in Gedanken, für die sonst keine Zeit bleibt, verloren nebeneinander. Es wird aneinander vorbei statt miteinander, füreinander gelebt.

In alten Zeiten – so erzählte man mir – setzte sich der eine zum anderen. Man war sich fremd und doch begann man eine selbstverständliche Konversation, die mal mehr und mal weniger unter die Oberfläche reichte. Man knüpfte Bekanntschaften, lachte und ließ die Zeit verstreichen.

Es ist ja gar nicht so, dass keine Dialoge mehr entstehen zwischen Halbfremden. Doch sie haben unsere gegenständliche Welt verlassen und spielen sich im bloßen visuellen Raum ab. Social Media, maximal ein auditives Gespräch via Telefon. Es ist einfach – möglich, sich mit 5, nein gleich 10 Menschen gleichzeitig zu unterhalten.

Eine kleine Rechenaufgabe: Wenn die Unterhaltung mit 10 Menschen den zeitlichen Raum von einer einzelnen einnimmt, wie hoch kann dann die Gesprächsqualität maximal sein? Verlieren wir uns in einem stetigen Fluss von Small-Talk? Wir haben 400 Freunde und doch könnten wir fast jeden einzelnen davon mit einem Klick löschen. Wieder die Angst: Wir könnten doch glatt alleine dastehen, verpassen die Chance, einen x-Beliebigen einmal im Jahr zu kontaktieren, um zu fragen, wie es ihm geht, oder herauszufinden, welche Fotos ihm gefallen oder ob seine Schwägerin vielleicht doch schwanger ist. Ist es die Evolution?

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